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 © Helmut Meisl

 Pfarrblatt
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Sie können das Pfarrblatt bei uns auch online (3,4 MB) nachlesen, sollten Sie es nicht zugestellt erhalten.





Das Pfingst-Pfarrblatt online

Mit deutlichen Worten zur aktuellen Situation in der r.k. Kirche aber auch zu vielen anderen Themen finden sich eine Menge an Informationen im neuen Pfarrblatt.

Liebe Halleinerinnen und Halleiner!

Das Entsetzten ist groß – berechtigterweise!

Das Entsetzen darüber, dass Priester, die Männer Gottes sein sollen, Minderjährige sexuell missbrauchen. Wir haben uns noch nicht daran gewöhnt, obwohl Missbrauch schon lange zur bitteren Wahrheit unserer Gesellschaft gehört, auch zur Wahrheit der Kinder. Was da in den letzten Monaten aufgebrochen ist wie ein Geschwür, hat bei vielen Menschen ein verheerendes Bild von Kirchenleben und Kirchenaufsicht noch verstärkt.

Zusammenstehen in guten und schlechten Zeiten, gilt nicht nur für Ehepaare und Familien, das gilt auch für die Kirche. Wir sind nicht ein Vertuschungsverein, sondern eine kritisch-selbstkritische Verantwortungsgemeinschaft, die zu den Fehlern steht.

Die älteste Bezeichnung für die Christen lautet: „Angehörige des neuen Weges“; also Menschen, die in Glauben und Leben nicht stehen bleiben, sondern sich weiterentwickeln, wachsen und vorausgehen. Was da in den letzten Monaten aufgebrochen ist, bedeutet nicht „neue Wege“, sondern Verkümmerung, Lähmung, Rückschritt. Wie kommen wir aus dieser Stagnation wieder heraus? Wie soll wieder Vertrauen wachsen, wenn – ähnlich wie im Finanzbereich und in der Politik – so viel Vertrauen verspielt wurde? -

  • zur Wahrheit stehen, so unangenehm es auch sein mag.
    Und es ist sehr unangenehm! Es darf nichts im Dunkeln bleiben oder verharmlost werden. Erst dann besteht die Chance, dass immer mehr ausgemerzt wird, was ausgemerzt werden muss. Das erfordert viel Kraft und – so antiquiert das Wort klingt – Demut.

  • zur Kirche stehen und nicht einfach davonlaufen
    Erneuerung ist immer – von wenigen Ausnahmen abgesehen – von unten gekommen, von der Basis, von den Leuten, vom Volk. Es braucht diesen Druck von unten, damit „die Oben“ erkennen, was wirklich los ist. Schönfärberei hat es zu allen Zeiten gegeben und Schmeicheln erst recht. Ich bin fest überzeugt, dass die Wahrheit der Kirchenleitung zumutbar ist. Aber die Wahrheit allein sagen, genügt nicht, man muss sie auch tun! Und da fehlt es auf allen Ebenen der Kirche an überzeugenden Menschen. –

  • Um Gottes Hl. Geist bitten!
    Um den Geist der Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Vor 80 Jahren hat der Salzburger Theologieprofessor Josef Dillersberger (gest. 1972) ein Pfingstgebet geschrieben, das nichts von seiner Aktualität verloren hat; ich möchte es Ihnen mitgeben in den heurigen Sommer:

    Geist des Herrn, der du das NEUE liebst, Wann wirst du erneuern das Antlitz deiner Kirche... Wieviel ALTES in ihr verschwinden darf und soll, damit ihr Antlitz wieder NEU und schön und jung werde? Heiliger Sturmbraus des Herrn, Er-NEU-erer der Menschheit, Geist der Liebe und der Freiheit!

    Ihnen allen ein gesegnetes Pfingstfest




    Autor / Quelle: Dechant Johann Schreilechner

    Beitrag online bis 31.12.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
    P 5 (14.5.10 - 31.05.10 - ) / 2783 / 696