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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Was du nicht willst, dass man dir tu, dass füge erst recht einem anderen zu.


Wer seinem Mitmenschen wie ein Gerichtsvollzieher begegnet, der jede Schuld eintreibt, kann nicht auf Vergebung hoffen. Denn unsere Vergebung ist das Pfand, das Gott erwartet.

15. September 2002
24. Sonntag im Jahreskreis


13.09.2002: In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

Besonders schlau wollte Petrus sein, als er Jesus fragte, wie oft man seinem Bruder (also seinem Mitmenschen) vergeben soll. – Und selbstsicher schlägt er auch gleich die großzügige Antwort mit „siebenmal“ vor. Denn damals war die gängige Rabbinen-Meinung, dass ein dreimaliges Vergeben voll und ganz ausreicht. Doch statt der erwarteten Zustimmung verblüfft ihn Jesus mit dem Zahlenspiel „siebenundsiebzigmal“. Das heißt im Klartext, dass es für uns Christen überhaupt keine mathematisch berechenbare Grenze für Vergebung und Versöhnung gibt. Warum? Das erklärt Jesus mit eindrucksvollen Zahlenkolonnen in seinem Gleichnis. Werfen wir einen Blick auf die Zahlen: 10.000 Talente, das entspricht rund 46 Millionen Euro! Dagegen wirken die Schulden des Mitknechts im Wert von rund 50 € wie „Peanuts“. Die Differenz der beiden Schuldbeträge ist astronomisch hoch. Sie verdeutlicht, dass das, was uns Menschen zufügen, nicht mit dem zu vergleichen ist, was wir Gott zufügen. Weil uns Gott aber trotzdem immer wieder vergibt, dürfen wir nicht zu „kleinlichen Erbsenzählern“ werden, wenn es darum geht, unseren Mitmenschen zu vergeben. Jesus sagt klipp und klar: Dem Nächsten zu vergeben ist niemals vergeblich – weil Gott in seiner Liebe mehr vergibt, als wir uns jemals vorstellen können.




Autor / Quelle: Peter Schott

Beitrag online bis 27.9.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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