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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott“ (Micha 6,8).




26. September 2010
26. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr C
1. Lesung: Amos 6,1a.4-7
2. Lesung: 1. Timotheus 6,11-16
Evangelium: Lukas 16,19-31

26. September 2010 - 26. Sonntag im Jahreskreis

Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von Weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß.

Ausgelegt!
Bibelwort: Lukas 16,19-31

„Zwischen uns und euch ist ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte“, sagt Abraham zu dem Reichen, nachdem dieser ihn gebeten hatte, Lazarus ihn die Unterwelt zu schicken, um dort seine Qualen zu lindern. Ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund scheint mir oft auch zwischen den Reichen und Armen zu klaffen – in unserer Gesellschaft und global. Ein Abgrund, der in den letzten 2.000 Jahren, seitdem Jesus das Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus erzählt hat, größer geworden ist. Ich – und für die meisten von uns gilt das ebenso – stehe auf der Seite des Reichen und das beschämt mich. Es ist weder mein Verdienst noch meine Schuld. Und ich erlebe die Ohnmacht, die Kluft zwischen Reich und Arm zu überbrücken, wirksam Hilfe zu leisten. Doch das Wenige, was ich tun kann, bleibt manchmal auch ungetan: Mehr von dem abzugeben, was ich habe; mich politisch für gerechte Bedingungen in unserem Land und weltweit zu engagieren; zu versuchen, den Armen, denen ich begegne, auf Augenhöhe zu begegnen; sie immer mit in mein Gebet zu nehmen und mich nie mit der herrschende Ungerechtigkeit abzufinden; sie gar als gottgegeben anzunehmen. Das wäre ein Frevel. Zumindest das sagt uns Jesus sehr deutlich in diesem Gleichnis.

Michael Tillmann





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen

Beitrag online bis 23.10.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (23.9.10 - 30.09.10 - ) / 2870 / 314