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 © Helmut Meisl

 Pfarrblatt
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Dechant Johann Schreilechner


Verkündigungsgrotte in Nazareth



Weihnachtspfarrbrief der Stadtpfarre

Rechtzeitig vor dem großen Fest können Sie auch den Pfarrbrief der Stadtpfarre online nachlesen. Informationen, Anregungen und Termine warten auf Sie.

Es ist Advent; eine Zeit der Besinnlichkeit und des Rückzugs in den familiären Bereich bei gleichzeitig immer peinlicher werdenden Werbung für rauschenden Konsum. In diesen Tagen drängen sich mir einige Themen auf, die ich nur kurz andeuten möchte:
Der Nachmittag des Allerheiligenfestes hat wieder gezeigt, wie wichtig uns das Gedenken an unsere Verstorbenen ist. So viele Menschen ! So viele liebevoll geschmückte Gräber !

Doch welche Zeichen wollen wir in Zukunft setzen, wenn das irdische Leben vollendet und unser Glauben und Hoffen gefragt ist? Unser Friedhof wird bunter, die Verabschiedungsrituale auch! Es sei aber doch ein Hinweis auf den Sinn der Erdbestattung erlaubt. Sie stellt entschieden zeichenhaft heraus, dass Christen an die „Auferstehung der Toten“ glauben. Der Sarg, der ins Grab gesenkt wird, streicht im Moment des Abschieds diese Glaubenswahrheit heraus; mit Christus sterben, mit Christus auferstehen! Damit bin ich bei einem anderen, der in der veröffentlichten Meinung endlich als großes Problem angesehen wird: Integrationsbereitschaft von Migranten einerseits, Fremdenangst der Eingesessenen andererseits.

Christen sollen sich weder ein Feindbild von einer anderen Religion und Kultur machen noch ein Wunschbild. Die Wirklichkeit ist zu erfassen und zu beurteilen. Und da zeigt sich ein Problem, das manchen Lösungen im Wege steht. In welche Kultur sollen sich Menschen, die zu uns kommen, hineinintegrieren ? Ins Konsummilieu des adventlichen Kaufrausches? In den neo-liberalen Kapitalismus ? In die von vielen Seiten propagierte Fungesellschaft? In eine Welt der Esoterik? In ein Folklore-Christentum ? Oder in was sonst ?

Verstehen wir, dass manche zögern oder sich einfach weigern? Integrieren kann man sich nur dort wo es Identität gibt. Wo man selber weiß, wer man ist und was man will. Einen Dialog kann nur der führen, der einen Standpunkt hat. Damit bin ich beim letzten Bereich: Es ist eine große Bitte an Eltern, Großeltern, Taufpaten, Lehrer usw., die Kinder nicht um den wahren Sinn von Weihnachten zu betrügen! Versuchen wir doch wieder, das was längst verschüttet und verloren scheint, neu zu entdecken wie einen kostbaren Schatz; speisen wir sie nicht mit „jingle bells“ ab, sondern schenken wir ihnen den Ernst und die Freude unserer großen Weihnachtslieder ! Ich wünsche Ihnen allen für die kommende Zeit – auch schon für 2011-, was ein Weihnachtslied unnachahmlich ausdrückt: Welt ging verloren, Christ ist geboren! Freue dich, o Christenheit!





Autor / Quelle: Dechant Johann Schreilechner

Beitrag online bis 31.12.2011 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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