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Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Versöhnung, Treue – das ist die Sprache des Gesetzes. Einfacher ist das Paradies nicht zu haben. Oder wie es Heinz Zahrnt gesagt hat: „Der Glaube an Gott ist zwar umsonst, aber er ist nicht billig.“
13. Februar 2011 6. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr A 1. Lesung: Jesus Sirach 15,15-21 2. Lesung: 1. Korinther 2,6-10 Evangelium: Matthäus 5,17-37
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13. Februar 2011 - 6. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr A
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.
Ausgelegt! Bibelwort: Matthäus 5,17-37
Jesus, der Befreier von unmenschlichen Geboten. Der Mittler des Neuen Bundes der Liebe, der den Alten Bund der Gesetze und Gebote außer Kraft setzt. Der „erste neue Mann“. So hat die Theologie den Juden Jesus jahrhundertelang präsentiert. Offenbar haben auch manche seiner Zeitgenossen so gedacht. Und da kommt Jesus in diesem Evangelium mit noch strengeren Vorschriften daher: Jetzt ist nicht mehr das Tun, sondern sogar schon das Denken schlecht! Wer kann denn was für seine Gedanken und Gefühle? Für mich erklärt sich die Perikope nur vom Schluss her: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein. Seid ehrlich, heißt das für mich. Macht euch nichts vor: Ist ja alles nicht so wild, waren ja nur Gedankenspiele. Auf euer Ja soll man sich verlassen können.
Redet euch nicht ein, es sei ja nicht so schlimm, den Ehepartner zu betrügen, solange es nur im Kopf passiert. Wer jede Nacht in seiner Fantasie fremdgeht, braucht sich über die Ehebrecher nicht zu mokieren. Und wer in aller Heimlichkeit am Stuhl des Arbeitskollegen sägt, sollte am Stammtisch nicht laut die Todesstrafe für alle Mörder fordern. Sünde – und nichts anderes ist ja das Brechen von Gottes Geboten – beginnt schon da, wo wir dem Fremden misstrauen, uns Strategien überlegen, wie wir (und zwar wir allein) aus einem Schlamassel wieder herauskommen, ob wir gut dastehen, wenn wir andere runtermachen. Dass ich keinen umgebracht habe und im Laden nichts mitgehen lasse, ist kein Grund, mich für moralisch hochstehender zu halten, solange ich nicht Ja sage zur treuen Liebe. Solange ich Nein sage zur Solidarität mit dem Bruder nah und fern.
Christina Brunner
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen
Beitrag online bis 10.3.2011 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (10.2.11 - 17.02.11 - ) / 2959 / 538
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