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Josef Schaitberger *1658 gest. 1733 Evangelischer Emigrant vom Dürrnberg
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Kirche intern
06.10.2002: Die Emigration der evangelischen Bergknappen vom Dürrnberg
Vor 270 Jahren sind sie ausgewandert, weil sie als evangelische Bergknappen nicht mehr am Dürrnberg bleiben wollten.
1731 hatte Fürsterzbischof Firmian das Emigrationspatent erlassen, das über 20.000 Evangelische zur Auswanderung aus Salzburg zwang. Bis zum Sommer 1732 zogen die großen Emigrantenzüge aus dem Land.
Die Mehrzahl der Bergleute am Dürrnberg war damals evangelisch. Für sie galt das Emigrationspatent aber nicht, da man auf die Einkünfte aus dem Salzbergbau nicht verzichten konnte. Dafür war man sogar bereit, ihnen in Glaubensfragen entgegenzukommen. Sie konnten Gottesdienste in einem Gasthaus und nahe der Bergeinfahrt feiern.
Aber die große Zahl der Evangelischen, die ihre Heimat im Pongau und Pinzgau verlassen mussten, beunruhigte die evangelischen Bergleute so sehr, dass sie trotz des bevorstehenden Winters die Heimat verlassen wollten. Da sie nur im Nebenberuf Landwirte waren, wollten sie nicht wie die meisten Salzburger Evangelischen, die Bauern waren, nach Ostpreußen auswandern. Ein Angebot der Niederlande schien ihnen besonders verlockend. Sie hofften dort gemeinsam eine Schafwollmanufaktur gründen zu können, um sich einen bescheidenen Lebensunterhalt zu sichern.
So bestiegen 780 Dürrnberger am 30.11.1732 in Hallein die Schiffe. Ihre Arbeit im Bergwerk hatten Bergleute aus Berchtesgaden und Reichenhall übernommen. In einer überaus mühevollen winterlichen Reise über Regensburg und Nürnberg, wo sie vermutlich ihren berühmten Landsmann Josef Schaitberger besucht haben, erreichten nur noch ca. 80 % das ihnen zugewiesene Siedlungsgebiet auf der Insel Cadsand. Die anderen waren unterwegs gestorben. Eine Enttäuschung folgte der anderen. So wurden 12 bis 15 Personen in den kleinen Back- und Waschhäusern der Einheimischen untergebracht. Im folgenden Jahr starben bei einer Fieberepidemie etwa 100 Menschen.
Depressionen machten sich breit. Viele versuchten irgendwo in Deutschland Unterschlupf zu finden. Da sie in kleinen Gruppen zurückgewandert sind, gibt es keine Nachrichten über ihr weiteres Schicksal. Nur 216 Einwanderer harrten auf Cadsand aus und konnten sich trotz der unerhörten Anfangsschwierigkeiten behaupten.
Die Dürrnberger gehören zu den Schwerstgeprüften unter den Emigranten. Ihre Nachkommen pflegen aber heute noch mit Stolz die Erinnerung an die Glaubenstreue ihrer Salzburger Vorfahren.
Autor / Quelle: Nach Elisabeth de Kaste-Mather und Gerhard Florey
Beitrag online bis 30.12.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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