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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Maria und Marta

Immer wieder eine Provokation. Schöngeistiges Palavern soll besser sein als die Sorge um das alltägliche leibliche Wohl?! Aber das ist die falsche Alternative. Marta ist ganz in Anspruch genommen, für Jesus zu sorgen. Aber das ist kein Kontakt auf Augenhöhe, sondern sehr einseitig. Marta macht sich selbst zur Dienerin. Sie nimmt sich selbst und den anderen (als, wenn er nicht für sich selbst sorgen könnte) nicht ernst. Menschen wollen aber ernst genommen werden. Das ist es, was Maria tut. Es ist ein Austausch von Gedanken auf Augenhöhe. Partnerschaftlich. Ohne Gefälle. Sich selbst und den anderen ernst nehmen, einander auf Augenhöhe begegnen, das ist es, was Jesus lobt.





6. März 2011 - Estomihi III

Der reinste Wirbelwind, diese Frau. Diakonin von Beruf. Zuständig für fast alles, was mit Kindern, Jugendlichen und Musik zu tun hat.

Ausgelegt!
Bibelwort: Lukas 10,38-42

Sie erteilt Religionsunterricht, übt mit den Kindern des kirchlichen Kindergartens Lieder ein, mit denen die Kleinen die Bewohner des Altenheims erfreuen. Sie leitet Kinder- und Jugend- und Musikgruppen, bereitet Kindergottesdienste vor, schult Helferinnen, begleitet Einkehrtage, organisiert Aktionstage, engagiert sich in Familiengottesdiensten und Andachten, beim Weltgebetstag, im ökumenischen Miteinander, versteht es, Jung und Alt – und auch die dazwischen – zum Mittun zu motivieren. Sie plant und macht, behält die Übersicht und ist zur Stelle, wo immer gerade jemand gebraucht wird. Absprachen zwischen Tür und Angel sind „normal“; sie wirkt ein bisschen chaotisch und ist trotzdem verlässlich. Eine Powerfrau. Marta, die für das Wohlergehen der Gäste im Haus sorgte, mag ihr ähnlich gewesen sein. Doch anders als jene, die vor lauter Aktivität und im Gegensatz zu ihrer Schwester Maria das Geschenk der Stunde nicht erkannte, nimmt die Diakonin sich täglich eine kleine Auszeit, greift nach der Bibel und ist für niemanden zu sprechen. Still werden, sagt sie, da sein dürfen vor Gott, schweigen und hören, Gottes Wort bedenken, Zuneigung gewahren – daraus erwachse ihr Kraft für ihren Dienst. Aktion und Kontemplation: zwei Schwestern, die zusammengehören – genau wie Marta und Maria.

Gundula Kühneweg





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen

Beitrag online bis 17.3.2011 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (3.3.11 - 10.03.11 - ) / 2983 / 208