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Univ.Prof. Dr. Philipp Harnoncourt
Der Pfarrsaal Rehhof - wie jedes Jahr bestens besucht
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BERICHT: Und irgendwo ein Vogel drüber oder drunter
Wohl vorbereitet kam Prof. Dr. Phillip Harnoncourt aus Graz nach Hallein, um den diesjährigen Reigen der Vorträge im Rahmen der Fastenaktion 2011 zu eröffnen.
Das Thema des Abends ist hochaktuell, so der Referent, der über seine Erfahrungen mit einem Religionslehrer sprach, der die „Dreifaltigkeit“ einfach im Unterricht ausließ, da „die Kinder das sowieso nicht verstehen“.
Die Dreifaltigkeit ist nicht „etwas“, sondern „jemand“, ein Lebendiges Gegenüber und kein Gegenstand. Christen müssen über ihre eigene Gottesvorstellung Auskunft geben können und zwar auch vor sich selber. Was soll sich jemand bei Gott vorstellen – einen oder drei? Unsere eigenen Gottesvorstellungen sind stärker durch Bilder geprägt als durch Wörter die wir gehört haben. Das übliche Dreifaltigkeitsbild, das Menschen so im Kopf haben ist ein „alter Mann“ (meistens mit einer Weltkugel in der Hand), ein „junger Mann“ (mit einem Kreuz in der Hand) und „irgendwo dazwischen ein Vogel drüber oder drunter“.
Häufig gibt es in Kirchen Hochaltardarstellungen mit der Krönung Mariens, wobei häufig der Heilige Geist kaum zu sehen ist. Das führt dazu, dass nicht wenige – auch Christen – meinen, mit der Dreifaltigkeit wäre Gott Vater, der Sohn und die Mutter Maria gemeint; ein Vorwurf, den im Übrigen auch Muslimen den Christen machen, obwohl dieses Bild natürlich gar nicht stimmt.
Wir Christen sollten darauf achten, dass unser Beten zu Gott und unser Reden über Gott dem Trinitätsglauben unserer Offenbarung entsprechen. Für die Christen selber müsste das Dreifaltigkeitsthema im Mittelpunkt stehen, denn gerade der Dreifaltigkeitsglaube zeichnet die Christen vor allen anderen Religionen aus. Weil alle Christen an den „Drei-Einen-Gott“ glauben und Jesus gebetet hat „Vater ich bitte dich, dass alle eins seien die an mich glauben, und zwar eins wie du in mir und ich in dir, so sollen auch sie eins sein“, ist dieser Glaube auch für den innerchristlichen Dialog wichtig. Es muss also ein miteinander und gegenüber zwischen den verschiedenen Kirchen geben, so wie es in einem Gott ein Miteinander und Gegenüber zwischen Vater, Sohn und Geist gibt. Unser Dreifaltigkeitsglaube rüttelt nicht am „Monotheismus“, d.h. wir glauben an EINEN Gott.
Woher haben wir die Kenntnis, dass es in einem Gott drei gibt? Dabei sollte das Wort „Personen“ nicht verwendet werden, da es irreführend ist und ursprünglich vom Sinn her auch gar nicht gemeint war. „Person“ meint heute ein unabhängiges, selbständiges Individuum. In Gott gibt es aber keine „selbständigen Individuen“. Aus dem „einen klingt es in drei Tönen durch“, das übersetzt richtiger den ursprünglichen Text zu diesem Thema. Nach der griechischen Vorstellung könnte man sagen, „der eine Gott zeigt sich in drei verschiedenen Gesichtern, aber es ist immer der Eine“.
Wo Gotte im Neuen Testament als „Handelnder“ dargestellt wird, handelt er trinitarisch. (zB. „Maria empfängt den Sohn vom Heiligen Geist“. Gotte Vater sendet den Boten, der Bote spricht „du wirst ein Kind empfangen, er wird der Sohn Gottes sein, die Kraft des Höchsten wird dich überschatten ...“). Auch im Alten Testament gibt es Stellen, die man trinitarisch verstehen könnte, dabei ist vor allem auf den Schöpfungsbericht hinzuweisen.
Das Glaubenszeugnis der Kirche war immer ein Solidarisches: „Ehre sei dem Vater, durch den Sohn, im Heiligen Geist“. Die Trinität findet sich in der ganzen Zeit sowohl in den Kirchen des Ostens als auch des Westens. Seit dem ersten Jahrtausend des Christentums haben sich die Menschen immer wieder gefragt, wie es man sich vorstellen könnte wenn es „drei sind und doch nur einer“. Da das Werkzeug unserer Sprache die Tiefe des Geheimnisses Gottes nie ausschöpfen kann, haben Künstler versucht, das Wesen des Drei-Einen darzustellen – zuerst die Einheit und dann die Gleichheit der drei „Personen“ im Wesen Gottes. Anhand einer großen Anzahl von Bildern aus mehreren Jahrhunderten versuchte der Referent den Besuchern des Vortrages die Entwicklung in der Auslegung und Veränderung der Sichtweisen darzustellen, um am Ende dann doch feststellen zu müssen „Erklärt habe ich Dreifaltigkeit ja nicht, aber hoffentlich ein bisschen anschaulich gemacht“.
Autor / Quelle: Zusammengefasst von Helmut Meisl
Beitrag online bis 15.4.2011 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (15.3.11 - 29.03.11 - ) / 2994 / 371
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