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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Jesus löst sich nicht in Luft auf! Doch er drängt auch nicht in die Mitte. Er bleibt am Rande. Er passt sich unserer Schrittgeschwindigkeit an. Schauen wir zur Seite und ahnen: Unfassbar nahe ist er.





15. Mai 2011 - Jubilate III

An IHM scheiden sich die Geister. „Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen“, bereitet Jesus die Seinen auf Kommendes vor.

Ausgelegt!
Bibelwort: Johannes 16,16(17-19)20-23

Abschied und Neubeginn stehen bevor. Schwer zu begreifender Sinn, noch unverständlicher der Weg, der vor ihnen und Jesus liegt. Zum Verbrecher erklärt, wird er vor Gericht gestellt; der Prozess eine Farce, bestochene Zeugen, folternde Soldaten, Todesurteil, Hinrichtung. Weinen und Klagen bei denen, die unterm Kreuz die Welt nicht mehr verstehen, viel weniger noch Gott. Freude bei denen, für die wieder alles im Lot zu sein scheint. Ihr Signal bis heute: Wer sich zu weit aus dem Fenster lehnt, Recht, Gerechtigkeit und Menschenwürde für jedermann anmahnt – zuvorderst für Arme, Unterdrückte, Schwache –, der wird mundtot gemacht, unter Hausarrest gestellt, verurteilt, verbannt, getötet. Mag sein, dass sich aus Furcht, Verblendung, Unwissenheit viele auf die vermeintlich sichere Seite schlagen, die selbst längst zu Sklaven etwa von Gier, Geiz, Meinungsmache und Gewalt geworden sind. Sind das Desinteresse am Evangelium bei uns und Christenverfolgungen weltweit nicht Indizien dafür? Christen – „Jammerlappen“, „Trauerklöße“, „Loser“? Weit gefehlt – trotz Not und Pein. „Eure Traurigkeit wird sich in Freude verwandeln“, verheißt Jesus den Neubeginn. Davon wäre in Wort und Tat zu künden, den Weinenden, Verzagten, Orientierungslosen – und allen, die nach der Unterscheidung der Geister fragen.

Gundula Kühneweg





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen

Beitrag online bis 26.5.2011 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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