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Es ist ein Fest, die Fülle des lebendigen Gottes zu erfahren. Es ist ein Fest, Gott in seiner unfassbaren Größe und Weite, in seiner Menschlichkeit und in seiner Kraft zu erfahren – gerade, wenn die Grenzen des Lebens erkennbar werden.
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19. Juni 2011 - Trinitatis III
„Völlig verrückt“, maulte die Vernunft. „Studiere Deutsch, Geschi und Sozi, aber nicht so was. Erklär mir bitte, was das mit dem Theologiestudium soll.“
Ausgelegt! Bibelwort: Jesaja 6,1-13
„Kann ich nicht“, bekannte die innere Stimme kleinlaut. „Bin ja selber überrascht, seit Wochen bei allen Abwägungen stets bei ‚zweimal Theologie’ zu landen, erst katholische, danach evangelische. Du weißt, dass ich mich nicht leichtfertig festlege.“ – „Zum Glück bleibt dir weitere Zeit zum Nachdenken. Hör auf mich“, kommentierte die Vernunft ungerührt. Ein halbes Jahr später stand der Entschluss fest. Die Zeit war reif, die Eltern zu informieren. „Du willst was?“, riefen diese wie aus einem Mund und überzeugt, sich verhört zu haben. Sie erinnerten die Tochter an deren kritische Einstellung zur Kirche. „Und ausgerechnet du willst Pfarrerin werden?“, schloss die Mutter. „Moment. Nein! Pfarrerin zu werden, war mir nie in den Sinn gekommen. Wer bin ich denn?“ Der Schrecken soll mir im Gesicht gestanden haben. Jesaja wich einst zurück, als Jahwe ihn rief, er sei doch ein Mensch mit unreinen Lippen. So hätte ich damals wohl auch geantwortet, kannte aber Jesaja noch nicht. Die Eltern begnügten sich mit dem Hinweis, ihre Tochter wolle Dozentin werden. Es sollte anders kommen. Nach Jahren und vielen inneren Auseinandersetzungen wurde ich eines Tages gefragt: „Bist du bereit, in der Nachfolge Jesu Christi, deines Herrn zu leben und dich in allen Dingen so zu verhalten, wie es deinem Auftrag entspricht?“ – „Ich bin bereit.“
Gundula Kühneweg
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen
Beitrag online bis 30.6.2011 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (16.6.11 - 23.06.11 - ) / 3070 / 129
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