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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Man kann die Bibel lesen und sich dennoch von Jesus abwenden. Dann, wenn man die Bibel nur liest. Reinhold Schneider meinte sogar: „Dieses Buch kann man nicht lesen. Man kann es nur tun. Es ist kein Buch. Es ist Lebensmacht. Christus hat nicht geschrieben und nicht zu schreiben befohlen. Er hat nicht ,gedacht’. Er hat gelebt: er ist lebendiges Wort.“





26. Juni 2011 - 1. Sonntag nach Trinitatis III

Das Johannesevangelium macht es keinem Menschen leicht. Jeder Generation wieder macht es zu schaffen allein schon dadurch, dass uns die Umstände seiner Entstehung, der Verfasser und die ersten Leser unbekannt sind.

Ausgelegt!
Bibelwort: Johannes 5,39-47

Klar ist nur, dass Johannes sich bemüht, einer besonderen Gruppe jüdisch gläubiger Menschen Jesus als ihren Messias nahezubringen. Das wird in den Worten dieses Sonntags deutlich. Jesus spricht zu Menschen, die an ihm als Messias große Zweifel haben, vielleicht sogar mit zunächst einleuchtenden Gründen. Jesus nimmt die Zweifel natürlich ernst, geht aber dann mit seinen Argumenten weit über die Zweifel hinaus.
Zweifel kann man nicht zerstreuen, man muss sie überwinden. Das macht Jesus, indem er etwa sagt: Gibt es etwas, was euch wirklich überzeugen könnte von mir als Sohn des Höchsten? Wenn es das gibt, dann ist es eine Person. Mose, den ihr, die ihr wirklich fromm seid, als euren Zeugen anruft, wird aber in Wahrheit für mich zeugen. Das heißt: Jesu Selbstbewusstsein als Messias ist so groß, dass er sogar Mose auf seiner Seite weiß. Die Zweifler können jetzt nur noch eins tun: Abwinken oder anbeten. Einen Mittelweg gibt es nicht mehr. Wir wissen, wie es damals ausgeht. Und jeder Mensch in jeder Generation wieder steht vor der Frage: Abwinken oder anbeten?

Michael Becker





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen

Beitrag online bis 7.7.2011 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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