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Leben Christen glücklicher?
Gedanken zum Vortrag von Pastoralassistent Mag. Jonathan R. Werner am 4. Oktober 2011 im evangelischen Pfarrzentrum.
Versuch einer Antwort
Nicht der Vergleich mit Anderen steht bei dieser Frage im Mittelpunkt, sondern der Blick auf die eigene Realität. Würden alle Christen glücklich und zufrieden durchs Leben gehen, so wäre Christentum wohl attraktiver und die Medien, die glauben Sprachrohr der Gesellschaft zu sein, hätten mehr positives als negatives darüber zu sagen.
Nun, ganz so rosarot, friedlich und glücklich geht es eben auch im christlichen Leben nicht zu. Vieles kommt auf uns zu, erdrückt uns, macht uns nieder, reißt uns runter, macht uns fertig. Genau wie jeden anderen Menschen, ob Christ oder nicht, ob religiös oder nicht, fordert das Leben auch von Christen seinen Tribut.
Warum also, lohnt es sich trotzdem Christ zu sein? Einfach gesagt: weil Christ sein bedeutet nicht bei all dem Negativen, das auf uns zu kommt stehen zu bleiben. Christen orientieren sich an Jesus Christus, den die Mächtigen nicht hören wollten, den man abgelehnt hat, der grausam gefoltert wurde, der in aller Öffentlichkeit nackt an ein Kreuz genagelt wurde und dort gestorben ist. Dieser abgelehnte und geschundene Mensch, von dem wir glauben, dass er Gottes Sohn ist, blieb aber nicht tot. Er begegnete seinen Freunden und jeder konnte an ihm spüren: Leid und Tod haben keine Macht, sind nicht das Letzte im Leben. Dieses Grundmotiv von Tod und Auferstehung ist der rote Faden des Christentums. Christ sein bedeutet deshalb konkret Teil zu haben an diesem wunderbaren Auferstehungsgeschehen.
Christ sein heißt- wie Jesus, den man „Christus“, den „Gesalbten“ nannte- Leid und Tod überwinden dürfen. Immer und immer wieder. Also: Der lebensspendende und gute Gott nimmt Teil an meinem Leben, nimmt mich mit hinein in sein unzerstörbares und wunderbares Sein. Ich habe göttlichen, lebensspendenden, kraftvollen Geist in mir. In aller Trauer und Angst, in Schmerz, Leid und sogar in Tod sehe ich nicht nur schwarz, sondern das Licht Gottes macht auch die finsterste Finsternis hell. Manchmal als kleines, kaum wahrnehmbares Licht, manchmal als strahlende Sonne des Glücks.
Einige Thesen- es gibt nicht DEN christlichen Weg zum Glück, nicht DAS Glücksrezept
- Glück entsteht aus der individuellen, je einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Gott
- Diese filigrane Beziehung von Gott und Mensch hat mehr den Charakter des Suchens / Ringens, als den des Findens / Wissens
- Diese lebendige Beziehung von Gott und Mensch ist nie statisch, sie ist Prozess / Wandlung. Es ist ein unterwegs sein miteinander
- Diese kraftvolle Beziehung von Gott und Mensch bildet und erweitert Handlungsspielräume
- Diese liebevolle Beziehung von Gott und Mensch befreit und macht glücklich
Autor / Quelle: Pastoralassistent Mag. Jonathan R. Werner
Beitrag online bis 5.10.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (4.10.11 - 25.10.11 - ) / 3146 / 168
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