Diese Seite als Druckausgabe
|
Wenn Menschen aus dem Leben scheiden
An manchen Tagen steht man einfach fassungslos und sprachlos vor unsagbarem Leid und abgrundtiefer Trauer.
Menschen, junge Menschen scheiden aus dem Leben. Sie wollen nicht mehr, können nicht mehr, geben auf und werfen alles hin. Selbst das letzte und höchste Gut - das Leben selber- ist ihnen untragbar geworden. Sie haben losgelassen und sind gegangen.
Wir bleiben zurück. Sprachlos, Verständnislos, Orientierungslos. Mit ihnen bleiben Fragen über Fragen, die nun alle unbeantwortet bleiben. Es bleibt die große Frage nach dem „Warum“?
Auch als Christ wird man da still. Auch als Christ spürt man da, wie weh so etwas tut. Auch als Christ steht man vor unbeantwortbaren Fragen. Auch als Christ steht man da mit leeren Händen.
Wo war Gott als der Mensch nicht mehr weiter wusste und wo ist er jetzt, da wir sprachlos hier stehen?
Er war da, als der Mensch ihn nicht mehr sehen konnte. Er war da, als der Mensch nichts mehr spüren konnte. Er war da, als der Mensch sein Leben losließ.
Er ist da, und hält ihn nun liebevoll in seiner Hand.
Er ist da und steht sprachlos und trauernd, unsichtbar mitten unter uns.
Es ist sein innerstes Wesen. Es ist sein Name: JAHWE: Ich bin für Euch da – auch wenn ihr es nicht mehr spürt.
Autor / Quelle: Pastoralassistent Mag. Jonathan R. Werner
Beitrag online bis 31.12.2019 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (10.10.11 - 15.11.11 - ) / 3157 / 172
|