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Große Kunst
Es ist schon eine Kunst, ein Kamel oder sogar eine ganze Karawane durch ein Nadelöhr laufen zu lassen – wie in dem Miniaturkunstwerk von Eduard Kazaryn eine Steinkarawane in einer Sicherheitsnadel. Aber es ist noch eine größere Kunst, sich nicht an seinen Besitz zu ketten oder ihn sogar zu verschenken.
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23. Oktober 2011 - 18. Sonntag nach Trinitatis III
Bei Gott ist alles möglich: Also kommen die Reichen doch in den Himmel. Sie haben es nur deswegen schwer, aus der Hoffnung zu leben, weil sie die falschen Fragen stellen.
Ausgelegt! Bibelwort: Markus 10,17-27
Sie denken verkehrt. Darum bekommt der Jüngling so eine harsche Antwort, die fast schon ein wenig ironisch klingt. Wer nach Lohn und Leistung fragt und meint, das Reich Gottes sei durch einen Deal zu bekommen, muss auch hören, was der Preis ist: Das Reich Gottes ist unbezahlbar teuer, es kostet die gesamte Existenz. Wer gefangen ist im Lohndenken, rechnet eben gar nicht damit, dass es auch etwas umsonst geben könnte. Das ist nämlich die wirklich unglaubliche Botschaft. Es kostet nichts, jedenfalls nicht für uns. Wie so oft, lässt Jesus gerade einen von denen auflaufen, die meinen, dass sie wüssten, wie die Welt funktioniert. Aber es geht eben nicht nach Lohn und Strafe bei Gott. Die Reichen, die nur in Bilanzen denken, müssen das Allerschwerste leisten, was man Menschen abverlangen kann: Sie müssten ihr Denken ändern! Sie müssten umkehren zu dem, was Martin Luther so pointiert gesagt hat: Allein aus Gnade sind wir Erben. Die Frage hätte lauten müssen: Was tust du, damit ich das Reich Gottes erbe? Die Armen reden so: Herr Jesus Christus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Sie haben nur die Gnade, auf die sie hoffen können. Darum sind sie dem Reich Gottes so nah.
Roland Kupski
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen
Beitrag online bis 3.11.2011 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (20.10.11 - 27.10.11 - ) / 3162 / 91
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