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Paulus verdreht uns die Augen, und zwar gründlich. Er nimmt den Scheinwerfer weg von denen, auf die alle gerne sehen, und richtet alles Licht auf das, was oft übersehen wird: aufs Törichte, aufs Schwache, aufs Geringe. Er lädt uns ein, nicht nur auf das vielleicht kleine Pflänzchen zu blicken, sondern auch die tiefen Wurzeln mitzubedenken. Die Wurzeln, die da heißen: Bei Gott hat das Schwache einzigartigen Wert. Paulus lädt uns ein, nicht wie gewohnt zu sehen und zu urteilen, sondern wie Gott zu sehen und zu urteilen.
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8. Januar 2012 - 1. Sonntag nach Epiphanias IV
Paulus schreibt den Korintherbrief vor allem an Menschen, die in der damaligen Gesellschaft nicht viel galten und die nicht zu den Angesehenen und Einflussreichen zählten.
Ausgelegt! Bibelwort: 1. Korinther 1,26-31
Heute zählen die allermeisten Christen zur sogenannten Mittelschicht, zur bürgerlichen Schicht, der – trotz aller Kirchenkritik – noch ein gewisses Ansehen entgegengebracht wird. Doch die Zahl derer steigt, die Christen eher belächeln, als dass sie sie ernst nehmen. Muss uns das stören? Ich glaube, nein. Papst Benedikt XVI. hat auf seiner Deutschlandreise das – leider missverständliche – Wort von der notwendigen „Entweltlichung“ der Kirche benutzt. Es wird meiner Ansicht nach missverstanden, wenn man daraus abliest, sich aus der „gottlosen Welt“ in eine „Wagenburg der Rechtgläubigen“ zurückzuziehen. Christsein geht nur in der Welt. Christen leben in der Welt, dürfen aber nicht von dieser Welt sein. Entweltlichung als Absage an die Gesetze der Welt, dass der Stärkere recht hat und dass nur der zählt, der etwas leistet und viel hat. Den Gesetzen der Welt die Botschaft vom Kreuz entgegenhalten – auch auf die Gefahr hin, nicht verstanden, belächelt oder gar verspottet zu werden. Das ist schwer, doch das ist unsere Berufung.
Peter Kane
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen
Beitrag online bis 19.1.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (5.1.12 - 12.01.12 - ) / 3213 / 61
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