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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Der Mann im Wasser, Naaman, wirkt noch etwas klamm. Das kann die Kühle sein, aber auch die Verblüffung. Er ist geheilt. Er ist rein. Vielleicht hatte er Lepra. Vielleicht auch Schuppenflechte. Gewiss war sein ganzer Körper davon bedeckt. Und wie sie es gewohnt sind in seinem Land, muss ein Befehl her. Von König zu König. Der Hauptmann soll rein werden; sein König wird es dem anderen König reich vergelten. Aber so geht das nicht bei einer Heilung. Das können Könige nicht befehlen. Da braucht es mehr als Geld und gute Worte. Da braucht es schon einen Gottesmann. Und der heißt Elisa. Und es braucht das Gebet.





22. Januar 2012 - 3. Sonntag nach Epiphanias IV

Es wird manchmal viel Aufwand getrieben in den Kirchen, um medial noch vorzukommen, um sich ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Kirchen- und Katholikentage, Papstbesuche und anderes mehr.

Ausgelegt!
Bibelwort: 2. Könige 5,(1-8)9-15

Und manchmal verfallen die Kirchen auch dann der Faszination der großen Zahlen. Berauschen uns an den Zehntausenden, die Kirchentage besuchen – wohl ahnend, dass die Zahlen nicht besonders aussagekräftig sind. Dennoch wird der Aufwand fürs Glaubens- und Seelenheil immer größer, ein einfacher Gottesdienst scheint nicht mehr auszureichen. Einem ähnlichen Irrtum verfällt der Aramäer Naaman. Wenn er geheilt werden soll, dann muss die Heilung schon ein Event sein, aufsehenerregend, etwas Besonderes. Er wird geradezu ärgerlich, als er den Ratschlag des Propheten Elisa hört: Er soll baden gehen. Wie soll das gehen? Und doch geschieht das Wunder der Heilung.

Das Beste, was den Menschen auf einem Kirchentag passieren kann, ist die persönliche Begegnung mit Gott. Doch diese Begegnung geschieht genauso im stillen Kämmerlein beim Gebet, im ernsthaften Gespräch zweier Menschen oder in der Feier eines „normalen“ Sonntagsgottesdienstes. Die Gottesbegegnung braucht nicht den Event, sie ist das Ereignis im Leben eines Menschen. Und wir sollten immer dafür offen sein.

Peter Kane





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen

Beitrag online bis 2.2.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (19.1.12 - 26.01.12 - ) / 3225 / 88