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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Gesucht – gefunden

Gott ist,
wo die Enge herrscht, weil er Maßlosigkeit ist,
wo man aufgeben möchte, weil er Aufgabe ist,
wo der Irrweg endet, weil er den Weg weist,
wo Leid ist, weil er heilig ist,
wo Fragen quälen, weil er Antwort ist,
wo es menschenunmöglich erscheint,
weil er Mensch wurde
zu unserem Heil.




5. Februar 2012
5. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr B
1. Lesung: Ijob 7,1-4.6-7
2. Lesung: 1. Korinther 9,16-19.22-23
Evangelium: Markus 1,29-39

5. Februar 2012 - 5. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr B

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

Im Jahre 1973 erschein ein Buch des Gründers von Taizé, Frère Roger, mit dem Titel „Kampf und Kontemplation“. Mir scheint, dieser Titel könnte nicht nur programmatisch über dem Evangeliumsabschnitt des 5. Sonntags im Jahreskreis, sondern über dem gesamten Wirken Jesu stehen.

„Kampf“
Jesus nachfolgen heißt nicht Pazifismus und Vermeidung jeglicher Konflikte.
Nachfolge ist kämpferisch, stark und kräftig.
Christen sollen entschieden und mutig eintreten für das Gute statt sich zurückzuhalten und zu allem „Ja“ und „Amen“ zu sagen.

Wogegen oder wofür ist zu kämpfen?
Jesus kämpft gegen Ausgrenzung, er wendet sich den Kranken zu und heilt durch seine liebevolles, achtsames Berühren.
Jesus kämpft gegen dämonische Besessenheit aller Art. Er befreit und löst durch sein Zugehen auf die Menschen und seine Wertschätzung ihnen gegenüber.
Jesus kämpft für einen Gesinnungswandel der Menschen, für mehr Achtsamkeit, Bewusstheit, Zärtlichkeit im Umgang miteinander und damit entschieden für „das Reich Gottes“.
Und dazu braucht es

„Kontemplation“.
Jesus geht immer wieder an einsame Orte um zu beten.
Er sucht und schafft sich „heilige Räume“ und „heilige Zeiten“.
Kontemplation heißt in einem ersten Schritt das Wegschaffen der Dinge die mich am Kampf hindern oder ablenken, im Zweiten aber, das Ausrichten auf Gott, der Quelle aller Kraft und allen Lichtes. Das Schöpfen aller Kraft und Energie aus dieser nie versiegenden Quelle.

Diese beiden Aspekte christlichen Lebens finden wir in der Heiligen Schrift immer wieder als Grundpfeiler der Nachfolge Jesu.

Pastoralassistent Mag. Jonathan R. Werner





Autor / Quelle: Pastoralassistent Mag. Jonathan R. Werner / Bergmoser + Höller Verlag Aachen

Beitrag online bis 2.3.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (2.2.12 - 09.02.12 - ) / 3231 / 279