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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Auf Anregung des Theologen Michael Hesemann erarbeiteten Kriminalbeamte des Bereichs „Visuelle Fahndungshilfen“ des Landeskriminalamtes NRW dieses „Fahndungsbild“ des heiligen Paulus. Sie puzzelten das Phantombild unter anderem aus Reliefs in Katakomben zusammen. Diese „Spielerei“ offenbart einen kantigen, ernsthaften Typ. In seinem Kopf spielt sich vieles ab, hinter seiner Stirn „arbeitet es“. Seine Augen, mehr noch sein Geist sind klar auf eine Sache, auf ein Ziel gerichtet. Er ist in sich gekehrt und doch hellwach, ganz bei sich und dabei voll aufnahmebereit, aufs Äußerste konzentriert und doch im Tiefsten gelassen. Denn in all seiner körperlichen Schwäche, von der wir wissen, und bei all den Gefährdungen seines Lebens, war Paulus davon überzeigt: Jesu Kraft ist in ihm, dem Schwachen, mächtig.





12. Februar 2012 - Sexagesimae IV

Paulus erzählt aus seinem Leben, von seiner Christusbegegnung, die ihn aus dem Sattel warf.

Ausgelegt!
Bibelwort: 2. Korinther 12,1-10

Er erzählt von seiner Berufung in die Nachfolge Christi, die so gar nicht dem eigenen Lebensentwurf entsprach, deutet eine Krankheit an, die ihn peinigt, spricht von erlittener Schmach, Verfolgung und Misshandlung, Last und Leid. Die Bitte um Hilfe und Heilung wird ein Aufschrei gewesen sein – und schmerzhaft das Eingeständnis, mit der eigenen Kraft am Ende zu sein. Wir können den Schmerz wohl nachvollziehen. Stark zu sein, etwas vorweisen zu können, nennen wir erstrebenswert, ebenso wie Gesundheit, Glück, Einfluss. Mancher versucht zumindest den Anschein zu wahren: Ich habe … Ich kann … Ich mache … – obwohl uns Schwierigkeiten, Sorge um Arbeitsplatz, Gesundheit oder anderes belasten, manchmal über unsere Kräfte hinaus. Vielleicht muss man erst ankommen am Ende der eigenen Kraft, am Tiefpunkt von Unvermögen, Schuld, Schwäche, um wie Paulus zu erkennen, worauf es allein ankommt: auf die Gnade Gottes. Das Angebot steht bis heute: Verlass dich ganz und gar auf Gottes Gnade. Egal, was kommt, auch wenn es anders kommt, als du erwartest, vertrau auf Gott. Markiere nicht den Starken, klammere dich auch nicht so fest an deine Schwäche, dass du alles andere aus dem Blick verlierst. Halte mutig, hoffnungsfroh und hartnäckig deine Schwäche Gott hin, er wird sie wandeln, denn seine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Paulus war, von dieser Erfahrung beeindruckt, schließlich sogar ein bisschen stolz – auf seine Schwachheit.

Gundula Kühneweg





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen

Beitrag online bis 23.2.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (9.2.12 - 16.02.12 - ) / 3252 / 82