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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Immer geht es im Glauben um Glaubwürdigkeit, um den Einklang von Sonntag und Alltag, von Anbetung und Gerechtigkeit, von Herz, Mund und Händen (EG 321,1). Und wenn das alles auseinander zu laufen droht, dann geht es um Besinnung und Buße. In Erwartung der Passionszeit weiß der Christ nichts mehr zu sagen als: Herr, erbarme dich.





19. Februar 2012 - Estomihi IV

Hier sind Prophetenzorn und Gotteszorn kaum noch zu unterscheiden. Und wer wollte diesem Zorn nicht folgen, gerade als „frommer“ Christ?

Ausgelegt!
Bibelwort: Amos 5,21-24

Wer hat es noch nie empfunden: Die Scham und die Ohnmacht, Gottesdienst zu feiern mit dem Gefühl, es sei eine Lüge und Heuchelei? Aber wir müssen aufpassen, dass wir bei der Suche nach der Gerechtigkeit nicht gnadenlos werden. Denn Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist kalt und mörderisch. Solche Gerechtigkeit sagt: Jedem das, was er verdient. Und dann wird es dunkel in der gefallenen Welt. Wo sich aber Gerechtigkeit und Gnade küssen, da wird es hell. Und da kann, da muss Gottesdienst gefeiert werden. Nicht der Gottesdienst der Heiden freilich, der damit meint, etwas zu investieren. Sondern den Gottesdienst derer, die die Stimme Jesus gehört haben. Er spricht jedem ein Recht auf Gerechtigkeit zu, und der wahre Gottesdienst, so sagt es Paulus, ist der Gottesdienst im „Alltag der Welt“. Nicht Kult und Ritual um ihrer selbst oder gar um Gottes willen, sondern um der Menschen willen. Christlicher Gottesdienst ist öffentliche Verkündigung der Gnade Gottes. Damit aus dem berechtigten Zorn nicht ohnmächtige Wut und aus ohnmächtiger Wut nicht entfesselte Gewalt wird.

Roland Kupski





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen

Beitrag online bis 1.3.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (16.2.12 - 23.02.12 - ) / 3255 / 64