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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Von nun an steht uns wieder unsere Heimat offen. In der Menschwerdung hat Gott sein tiefstes Geheimnis offenkundig gemacht. Gott ward Mensch und machte den Menschen zu seinem Tempel. Gottes Sohn wurde Mensch, damit der Mensch Heimat habe in Gott.

Hildegard von Bingen



2. Februar 2003
Darstellung des Herrn


Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschriebt: ein paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

Es geschieht viel zu selten, dass die Begegnung zwischen Jung und Alt zum Fest wird wie an „Maria Lichtmess“. Das Fest erzählt von der Begegnung der Jüdin Miriam mit den beiden alten Menschen Simeon und Hanna. Die junge Mutter bringt nach altem Brauch ihren neu geborenen Sohn zum Tempel, um ihn dem Herrn zu zeigen, wie alles, was Freude macht: die ersten Pflanzen, das erstgeborene Vieh, erst recht den erstgeborenen Sohn.
Simeon und Hanna verweilen oft im Tempel, dann ist der letzte Weg nicht mehr so weit. Sie beten viel, wie wir in unseren Kirchen oft alte Menschen den Rosenkranz beten sehen. Alte Menschen blicken gern zurück, junge haben das Leben noch vor sich. Eine neue Generation denkt anders, will neue Lieder singen und nach anderer Weise tanzen, glaubt eigenen Hoffnungen.
In die Begegnung strahlt das Licht innerer Weisheit auf: „Meine Augen haben das Heil gesehen", freut sich Simeon. Dafür haben sich die vielen Jahre gelohnt. Der alte Seher hat eine Verheißung für die kommenden Generationen: „Alle Augen werden schauen Gottes Heil!"
Aber die Zukunft wird in Schmerzen geboren. Die sensible Hanna ahnt das Leid einer noch glücklichen Mutter. Die Hoffnung, die Generationen überbrückt, darf nicht nur erlebt, sie muss auch durchlitten werden. Denn in Jesus ist sie konkret und wird zum Zeichen des Widerspruchs. Bis heute.





Autor / Quelle: Bergmoser+Höller Verlag / Bernd Kaut

Beitrag online bis 14.2.2003 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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