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 © Helmut Meisl

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Dr. Markus Hofer referierte vor ca. 40 interessierten Besuchern im Pfarrzentrum Neualm





Männer glauben anders

Männer glauben nicht an etwas Anderes, sondern sie haben andere Zugänge zu ihrer Religiosität und andere Ausdrucksformen ihrer Spiritualität als Frauen.

Zu diesem Thema referierte der Leiter des Vorarlberger Männerbüros, Dr. Markus Hofer, auf Einladung der KMB und des KBW Hallein / Neualm, am Dienstag, 25. Februar im Pfarrzentrum Neualm.

Ein Schlüsselerlebnis für den Referenten war das Erleben einer Karfreitagsprozession in Gubbio (Mittelitalien). Diese Prozession wird ausschließlich von Männern organisiert und durchgeführt. Männer tragen den Leichnahm Christi, tragen schwere Kreuze und die Folterwerkzeuge durch die Stadt. Dabei werden Trauerlieder gesungen und überall in der Stadt große Feuer angezündet. Es liegt eine unheimliche Stimmung über der Stadt.

Hofer`s These lautet: Männer glauben nicht an etwas Anderes (an andere Glaubensinhalte als Frauen), sondern sie haben andere Zugänge zu ihrer Religiosität und andere Ausdrucksformen ihrer Spiritualität als Frauen.

Anhand dieser Karfreitagsprozession versuchte Dr. Hofer, typische Punkte männlichen Glaubens aufzuzeigen

  1. Vieles erscheint Männern in der Kirche zu harmonisch und zu „fromm“. Die einseitige Betonung des nur „lieben Gottes“ zieht Männer wenig an. Sie brauchen vielleicht die andere Seite des Glaubens mehr, das TREMENDUM (furchteinflößend, unheimlich, vgl. Karfreitag). Einer alten Glaubensdefinition zufolge ist der Glaube FASZINOSUM und TREMENDUM. Beides zusammen macht christlichen Glauben aus.
  2. Männerglaube bevorzugt den kargen und einsilbigen Ausdruck. Männer sind gerne in Bewegung (vgl. Prozession) und brauchen etwas körperlich Anstrengendes (z.B. schwere Kreuze tragen). Je mehr man den Männern abverlangt, desto mehr werden sie angesprochen.
  3. Bei dieser Karfreitagsprozession handelt es sich um etwas SPEKTAKULÄRES. Es ist ein liturgisches Feiern mit viel Aufwand und großer Inszenierung. Dieses Spektakel spricht an, wo Männer unter sich gemeinsam öffentlich auftreten.

Die Gedanken Dr. Hofers regten uns sehr zum Diskutieren und Weiterdenken an. Ich finde seinen Ansatz von Männerarbeit sehr interessant und kann allen, die sich mehr für diese Thema interessieren sein neues Buch „Männer glauben Anders“ (erschienen im Tyrolia-Verlag 2003) wärmstens empfehlen.





Autor / Quelle: Klaus Leisinger, Hallein

Beitrag online bis 31.5.2003 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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