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 © Helmut Meisl

 Fastenaktion
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Ein wahres Feuerwerk an Ideen, Gedanken und Anregungen bot Clemens Sedmak beim zweiten Abend der Fastenaktion 2003.





Ein wahres Feuerwerk

Der Vortrag von DDDr. Clemens Sedmak im Rahmen der Fastenaktion 2003 war ein wahres Feuerwerk an Gedanken, Ideen und Anregungen.

Es ging um die Frage "Gottes Mensch - Marionette oder Tänzer" und Clemens Sedmak machte schon bei seinen ersten Ausführungen klar, dass wir Menschen wohl kaum Gottes Marionetten sein könnten: "Wenn wir Gottes Marionetten wären, dann würde es auf dieser Welt ganz sicher anders aussehen", so der Vortragende im vollbesetzten Gruberhaus.

Dass er seinen 3-fachen Doktortitel zurecht erworben hat, wurde dem immer mehr staunenden Publikum rasch klar. Wohl noch nie hat es ein Referent im Rahmen der Fastenaktionen so exzellent verstanden, Wissen auf so spannende und spritzige Art und Weise zu vermitteln. In seinen Ausführungen ging Sedmak das Thema von mehreren Sichtweisen an.

Es ging um den Begriff der "Freiheit", den wir in unseren Breiten so sehr schätzen, der aber trotz allem nie ohne Einfluss von außen ist. Die Zwänge der Gesellschaft und der Wirtschaft beeinflussen unsere "freie" Entscheidung, oftmals in einem Ausmaß, das uns gar nicht mehr bewusst wird. Regiert die Vernuft den Willen oder ist es umgekehrt? Philosophen in der Vergangenheit habe auf diese Frage teilweise völlig widersprüchliche Antworten gefunden.

Unser Gottesbild sollten wir an Jesus orientieren und dabei von ihm lernen, was Christen einen kann, schließlich ist Jesus Christus der Boden, auf dem sich alle heute getrennten christlichen Kirchen einigen können.

"Der Preis der Freiheit" war der Schwerpunkt des nächsten Teiles des Referates. Aufgezeigte Beispiele aus der Literatur handelten von einer "schönen heilen Welt, wo jeder hat, was er begehrt und nichts begehrt, was er nicht hat"; dieser Zustand mag "Glücklichsein" bewirken, Freiheit bringt er keine.

"Der Luxus des Tanzens" nannten Sedmak einen weiteren Teil seiner Ausführungen. Insbesonders um die Unterschiede zwischen Armut und Wohlstand ging es dabei. Menschen, die in Wohlstand leben können, haben einen Spielraum für Freiheit, für eigene Entscheidungen; Menschen in Armut verfügen über diesen Spielraum nicht. Menschen in Armut sind damit beschäftigt, die elementaren Lebensbedürfnisse abzudecken und kommen sonst zu nichts. Um diese Armut zu überwinden, ist ein Zugang zu Fähigkeiten erforderlich, der den Menschen den Spielraum zu Entscheidungen überhaupt erst ermöglicht.

Schließlich ging es im letzten Teil des Vortrages noch um den Aufbau einer gemeinsamen Kultur der Gemeinschaft. Aufbauend auf der Feststellung, dass jeder Mensch eine ganz individuelle eigene Gabe hat, die nur er hat, beendete Sedmak seine Ausführungen mit einer deutlichen Empfehlung: "Würden wir Menschen zugeben, dass wir aufeinander angewiesen sind, dann würde dies ungeheuer viel Druck von uns nehmen"; wobei darauf zu achten ist, dass "angewiesen sein" nicht mit "abhängig sein" verwechselt wird.





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 19.1.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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