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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Andrea und Günther Waldl





In letzter Zeit lebten wir sehr unbekümmert

und waren oft froh, wenn unsere drei Kinder (2 – 7 Jahre) im Bett waren.

Die vergangenen Ferientage gingen nicht immer ohne Streitereien vorbei. Unruhen im Nahen Osten waren im Laufe des Sommers eigentlich schon alltäglich geworden, aber für uns doch sehr weit entfernt. Als dann am Dienstag, dem 11. September, eine Welle von Terroranschlägen, in einer bisher nicht gesehenen Dimension, begann, machten sich in unserer Familie Angstgefühle breit. Selbst unsere älteste Tochter berichtete uns von diesem schrecklichen Ereignis, wovon Sie während eines Besuches bei ihrer Freundin erfuhr. Es sah so unrealistisch aus und wir konnten das Gesehene am Anfang kaum verarbeiten. Die Trauer, welche die Angehörigen der vielen Opfer empfinden, können wir nicht ermessen. Mit Spannung und großer Aufmerksamkeit verfolgen wir mittlerweile täglich die Informationen der verschiedenen Medien und werden diesbezüglich auch laufend von unseren Kindern ausgefragt, wobei es nicht leicht ist, mit kleinen Kindern über Krieg und Frieden zu sprechen.

Wir hoffen, dass die USA besonnen reagiert und keine unüberlegten „Racheakte" setzt. Gewalt mit Gegengewalt zur vergelten, wo noch nicht eindeutig geklärt ist, wer und was hinter den Terroranschlägen in New York steht, ist keine gute Idee. Verglichen mit der Konfliktlösung in unserer Familie sollte man auf die Ursachen eingehen. Unsere drei Kinder machen sich in einer ausweglosen Lage vor allem dadurch bemerkbar, dass sie besonders aggressiv reagieren. Im Fall des Anschlages in Amerika hat sich die Ausweglosigkeit in einem bedingungslosen persönlichen Einsatz (Selbstmordattentate) gezeigt. Die endgültige Entscheidung wird von den in der Weltpolitik führenden Kräften getroffen. Wir können mit unseren Möglichkeiten leider nicht viel bewegen, hoffen jedoch auf eine möglichst friedliche Lösung des Konfliktes.

Ein ständiges Nachdenken prägt zur Zeit unseren Alltag und wir nehmen das Weltgeschehen und vor allem unser engeres Umfeld viel bewusster wahr und versuchen innerhalb der Familie konfliktfrei zu leben.





Autor / Quelle: Familie Andrea und Günther Waldl

Beitrag online bis 25.2.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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