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 © Helmut Meisl

 Fastenaktion
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Dr. Josef Hartlieb


Bestens besucht war der Vortrag der Fastenaktion im Pfarrsaal Rehhof, wo die Aktion heuer erstmals Station machte.


Hausherr und Pfarrer, Ordinariatskanzler Dr. Hansjörg Hofer übernahm die Begrüßung der Anwesenden und des Referenten.

Der Konsument hat Macht

Seine Macht kann er aber nur verwenden, wenn er sich Informationen holt, das meinte Dr. Hartlieb beim Vortrag am 1. April in Rehhof.

Nach dem Krieg in den 50-er Jahren war die Situation sowohl für die Konsumenten aber auch für die Produzenten und den Handel noch einfach. Es gab wenig Autos und zum Einkaufen ging es zum Krämer um die Ecke. Gekauft wurde vorwiegend Lebensnotwendiges, auch die Medienlandschaft war noch einfach, das Fernsehen steckte in den Kinderschuhen, Werbung bestand primär aus Information. Handel und Konsument waren in einer Situation gegenseitigen Angewiesenseins.

Die Situation hat sich erheblich verändert, die Mobilität lässt die Kunden weit "ausschweifen", das Bewußtsein in Punkto Preis und Qualität ist gestiegen, die Konsumenten sind deutlich kritischer geworden. Gekauft wird aber heute durchaus nicht nur das, was benötigt wird, sondern sehrt oft auch das, was die Werbung den Konsumenten als erstrebenswert einsuggeriert. Geändert hat sich weiters die Werbung, Information ist in den Hintergrund geraten, das Kaufverhalten wird mit Hilfe von Psychologen massiv beeinflusst.

Dramatisch sind die Veränderungen in der Wirtschaft. Größere Betriebe können billiger produzieren als kleine Einheiten, was in der Produktion gilt, stimmt auch beim Handel; das Wuchern von immer größeren Supermärkten ist ein weithin sichtbares Zeichen dieser Entwicklung. Es geht nicht mehr um das Befriedigen des Bedarfs der Konsumenten, sondern um das Wecken immer neuer Bedürfnisse.

Für die Konsumenten hat diese Entwicklung auch positive Seiten. So waren zB. Computer noch vor 20 Jahren für Private unerreichbar, heute werden PC´s angeboten, die nicht nur um Potenzen leistungsfähiger und kleiner sind, auch ihr Preis ist unwahrscheinlich gesunken.

Für Unternehmen wie Konsumenten bedeutend ist die Liberalisierung, die neben jener des Warenverkehrs auch den ganzen Geldverkehr erreicht hat. Dies hat zur Folge, dass die wichtigen Entscheidungen in den Konzenzentralen getroffen werden, wobei die Menschen in den Betrieb keinerlei Rolle mehr spielen. Über 50% der Geldtransaktionen weltweit betreffen heute nicht mehr die Lieferung von Waren, sondern sind reine Verschiebungen von Kapital. Der Aktienkurs eines Unternehmens beeinflusst die Entscheidungen der Konzerne mehr als der tatsächliche wirtschaftliche Erfolg der Betriebe. Auch der Erfolg der Manager wird eher an den Aktienkursen als an menschlichen und wirtschaftlichen Kriterien gemessen.

Während die große Auswahl an Produkten zu günstigen Preisen auf der positiven Seite dieser Entwicklung festzumachen ist, ist die massive Beeinflussung bis hin zur Manipulation des abhängig gemachten Konsumenten deutlich als negative Entwicklung zu bezeichnen.

"Trotz alledem haben die Konsumenten Macht, diese Entwicklung zu beeinflussen", meint Josef Hartlieb zum Schluss seines Vortrages. Diese Macht setzt Information voraus; die Verantwortung sich zu informieren liegt beim Konsumenten.





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 19.1.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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