Sakramente
Aktuelles
Arbeitskreise
Haus Mirjam
Wir in der EINEN Welt
Kinder und Jugend
Die Stadtpfarrkirche
Kirchenrenovierung
Pfarrblatt online
Presse und Gedrucktes
Termine Stadtpfarre
Impressum
   
Aktuelles
Termine
Kontakt
   
Aktuelles
Termine
   
Aktuelle Informationen
Termine evangelisch
Evang. Pressedienst
Kontakt
   
Aktuelles Programm
   
Die Halleiner Kirchenmaus
Gedanken
   
Internet-Links
Gästebuch
Alle Termine
   
Fastenaktion ab 2002
Adventkalender
bibelfest 2002
Archiv 2012
Archiv 2011
Archiv 2010
Archiv 2009
Archiv 2008
Archiv 2007
Archiv 2006
Archiv 2005
Archiv 2004
Archiv 2003
Archiv 2002
Archiv Pfarrblatt
   



Beiträge warten
(gesperrter Bereich)



 © Helmut Meisl

 Fastenaktion
Diese Seite als Druckausgabe


Pfarrer, Mag. Roland Kerschbaum aus Elsbethen, bestritt den letzten Vortrag der Fastenaktion 2003 zum Thema "Kunst"





Wozu braucht Kirche Kunst?

Um die Notwendigkeit des Unnötigen ging es beim letzten Vortrag der diesjährigen Fastenaktion im gut besetzten Gruberhaus.

Das Beispiel eines Hauses, mit Fundamenten, einem Keller, einem Erdgeschoß und Obergeschoß gebrauchte Mag. Roland Kerschbaum als passenden Vergleich des Verhältnisses der Menschen zur Kunst.

Um leben zu können, benötigen wir Menschen dreierlei Dinge: Sichtbares, Unsichtbares und Zweckfreies. Zu den sichtbaren Dingen gehören zweifelsfrei Sachen wie Essen und Trinken und ein Dach über dem Kopf. Unsichtbar, aber nicht minder lebensnotwendend sind Vertrauen, Zuneigung, persönliche Ansprache und das Gefühl von Gemeinschaft. Zu den zweckfreien Dingen zählen das Fest und das Spiel.

Das Fest, das vor allem die Sinne anspricht (Musik, Duft, Essen, Trinken) gehörte schon immer in allen Kulturen zum Leben, dem Ursprung nach hatte das Fest stets einen religiösen Anlass. Das Spiel wiederum befreit die Menschen vom Alltagszwang und hilft beim Heraustreten aus den eigenen vier Wänden des Lebens. Mit Fest und Spiel eng verbunden ist die Religion, wobei Roland Kerschbaum darauf hinwies, dass es natürlich auch gottlose "Religionen" gibt, wie zB. den vergöttlichten "Mammon".

In diese Gruppe der zweckfreien Dinge gehört auch die Kunst. Der Kunstbegriff hat sich in der Entwicklung der Menschheit stetig verändert, wobei im weitesten Sinn der Definition der Kunst jeder Mensch ein (mehr oder weniger großer) Künstler ist. Das 19. Jahrhundert schuf den Begriff der "schönen Künste" im Gegensatz zum Handwerk. Diese Unterscheidung bricht heute immer mehr auf, verschiedenste Kunstwelten prallen aneinander, ja auch das "Nicht Schöne" ist heute Kunst.

Braucht der Mensch also die Kunst? Diese Frage wurde vom Referenten des Abends mit einem klaren Ja beantwortet. Im alltäglichen Leben ist der Mensch im weitesten Sinne stets von Kunst umgeben. Das Eintauchen in diese Kunst ist eine lebensnotwendende Entlastung und bietet die Gelegenheit, auf den Alltag mit entsprechender Distanz zu schauen. Dabei führt uns die Kunst die Schönheiten vor Augen, lässt aber auch die Abgründe nicht aus.

Kunst ist auch ein Wesensbestandteil aller Religionen, bereits im Alten Testament finden sich eine Unmenge von Beschreibungen der verschiedensten Künste, ja die Hl. Schrift selbst kann zu Recht durchaus als Kunstwerk bezeichnet werden. Bilder schaffen hier oft eine Brücke zu einer anderen Wirklicheit, wobei die christlichen Kirchen Wert darauf legen, dass nicht die Bilder selbst zum Objekt des Gebetes werden.

Kunst ist Ausdruck verschwenderischer Liebe, nicht alles im Leben lässt sich in die Kategorien des Nutzens einordnen. Ein Fest ist erst dann ein richtiges Fest, wenn scheinbar nutzlose Dinge wie Schmuck, Blumen, Kerzen usw. einen feierlichen Rahmen schaffen. Kunst ist notwendig als Lebens- und Glaubensmittel.

Dass die Menschen Kunst zum Leben brauchen, bestätigte nicht zuletzt vor rund vier Jahren auch Papst Johannes Paul II. in einem Schreiben an die Künstler. Im christlichen Sinne ist die Kunst eine "selbständige Schwester des Glaubens".





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 19.1.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 ( - - ) / 473 / 410