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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Zum Verstummen gebracht ?

Das Weltbild Jesu ist ganz aktuell !


In der Karwoche steht in der Evangelischen Kirche die Leidensgeschichte Jesu nach dem Johannesevangelium sowohl bei der Lesung mit Musik am Dienstag um 20.00 Uhr, als auch im Karfreitagsgottesdienst um 9.30 Uhr im Mittelpunkt.
Da geht es um die Auseinandersetzung zwischen zwei Welten:
Der Welt nach den Spielregeln der Macht und der Welt nach den Spielregeln der Liebe.

Die letzten Wochen haben es wieder deutlich gemacht, daß wir immer in dieser Auseinandersetzung stehen: Die Welt der Machthaber, der großen Wirtschaftskonzerne verlangt nach harten Durchgreifen, nach einer Antwort der Stärke, die auch Menschenopfer in Kauf nimmt. Dagegen steht eine Weltbewegung, die immer stärker wird und die vor allem von der Jugend getragen wird, für die Friede, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Liebe und Solidarität mit den Schwächeren im Zenrum stehen.

Jesus hat ganz deutlich gezeigt, wo Gott steht: "Ein neues Gesetz gebe ich euch" sagt er, "liebt einander, wie ich euch geliebt habe". Für dieses Gesetz der Liebe hat er gelebt, gewirkt, gelitten und dafür ist er gestorben.
Seine Auferstehung ist Gottes Bekräftigung für alles das, wovon der sterbende Jesus am Kreuz gesagt hat "es ist vollbracht".

"Vollbracht" heißt, dass seither klar und eindeutig ist, wie Gott menschliches Leben will. Das Gesetz der Liebe ist gleichsam die Zusammenfassung göttlichen Willens. Nur wer danach lebt, kann sich dabei auf Gott berufen. Wer es nicht tut und dennoch behauptet im Auftrag und im Sinn Gottes zu handeln, lästert Gott.

Es kann für unsere Zeit ein neues Ostergeschehen werden, wenn sich diese neue Weltbewegung, die sich für einen umfassenden Frieden unter allen Menschen einsetzt, weiter ausweitet und immer mehr Menschen in ihren Bann zieht.
Gottes Weg wirkt manchmal wie ein Weg der Ohnmacht, getragen von Ohnmächtigen. Aber es ist ein Weg der Beharrlichkeit, auf dem Gott letztlich sein Ziel erreichen wird.

Mein Osterwunsch ist, daß viele neu Kraft schöpfen, auf diesem Weg mitzugehen, mit ihrem Mut, mit ihren Begabungen, mit ihrer Opferbereitschaft, mit ihrem Verständnis für andere Menschen, mit ihrer Solidarität und mit ihrer großen Verantwortlichkeit für unsere Mitwelt.

Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen
Pfarrer Wolfgang Del-Negro.





Autor / Quelle: Pfarrer Wolfgang Del-Negro

Beitrag online bis 22.4.2003 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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