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Wenn der Glaube einschläft, erwacht die Angst.
Die wahre Angst entstammt dem Glauben, die falsche dem Zweifel. Die wahre Angst ist der Hoffnung verbunden, weil sie vom Glauben gezeugt ist und man zu Gott hofft, an den man glaubt. Die böse ist der Verzweiflung verbunden, weil man den Gott fürchtet, an den man nicht glaubt. Die einen fürchten, ihn zu verlieren, die andern fürchten, ihn zu finden.
Blaise Pascal
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22. Juni 2003 - 12. Sonntag im Jahreskreis
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
Beim Bergsteigen kann es zu einer Art der Höhenangst kommen, die vorübergehender Natur ist. Sie tritt auf, wenn das Auge plötzlich keinen Anhaltspunkt mehr hat für das, was oben und was unten ist. Ohne einen Fixpunkt beginnt sich alles zu drehen, Taumel erfasst den Bergsteiger, vielleicht auch Panik. Erst wenn das Auge sich auf etwas richtet, das es eindeutig einordnen kann, stoppt das wirbelnde Karussell, und das Schwindelgefühl verebbt. Die Seesturmgeschichte im Evangelium erzählt auch von einer Panik. Plötzlich ist die Zuversicht des Aufbruchs wie weggeblasen, und alles geht drunter und drüber. Erst die Vergewisserung, dass Jesus selbst mit ihnen im Boot sitzt und angefleht werden kann, macht der Angst der Jünger ein Ende. Er ist ihr Fixpunkt, und sobald sich ihre verzagten Herzen wieder auf ihn richten, kommt alles ins Lot, legen sich Wind und Wellen. Wie der Bergsteiger im aufkommenden Schwindel ruhig bleiben und eine Verankerung suchen muss für seinen haltlos gewordenen Blick, so müssen auch die Jünger in ihrer Bestürzung innehalten und sich besinnen auf den, der ihnen Halt gibt, wenn sonst nichts mehr hält. Angst zu haben, wenn es stürmisch wird, ist keine Schande. Sie kann die Augen öffnen für eine neue Erfahrung göttlicher Gegenwart. Schlimmer ist es, aus lauter Angst davor, dass es da draußen beängstigend stürmisch werden könnte, das sichere Ufer gar nicht erst zu verlassen.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag / Hans Reithofer
Beitrag online bis 3.7.2003 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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