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17. August 2003 - 20. Sonntag im Jahreskreis
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.
„Ist das hier eine öffentliche Einladung zum grausamen Kannibalismus?“ Das, was Jesus von sich als dem lebendigen Brot und von seinem Fleisch und Blut erzählt, „schmeckt“ den Juden überhaupt nicht. Im Gegenteil! Sie geraten in einen heftigen Streit um die Frage: „Wie meint Jesus das, wenn er uns großzügig sein eigenes Fleisch und Blut als Speise anbietet?“ Wo liegt das Problem? Zwei Ursachen könnten zum Streit geführt haben. Zum einen habe ich den Eindruck, dass sie einfach nicht richtig hingehört haben. Sonst wäre ihnen sicher aufgefallen, dass Jesus mit dem Bildwort vom lebendigen Brot sein eigenes Leben meint, das er für uns hingibt. D.h. Jesus prophezeit, dass er für uns sein Leben opfert, dass er für uns stirbt. Zum Zweiten müssen wir bedenken, dass die Juden zum Zeitpunkt der Rede noch nichts von seinem letzten Abendmahl, von seinem Kreuzestod und erst recht nichts von seiner Auferstehung ahnten, geschweige denn wussten. Da haben wir es heute, die wir um Jesu Tod und Auferstehung wissen, leichter. – Oder auch nicht? Denn je länger ich über diese Rede nachdenke, desto mehr spüre ich, dass etwas Geheimnisvolles, etwas schwer Verdauliches in den Worten Jesu liegt. Daran werden wir, ähnlich wie die Juden, wohl noch eine Weile „zu kauen“ haben.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Peter Schott
Beitrag online bis 28.8.2003 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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