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Das Bild Marias illustriert, was Paulus im Epheserbrief schreibt, dass Gott die Kirche, zu der wir Christen gehören, heiligen und erlösen will. An uns soll vollzogen werden, was durch die Gnade Gottes an Maria begann.
Wir feiern das Fest der Jungfrau Maria nicht nur, um sie vor allen auszuzeichnen, sondern in ihr feiern wir das Geheimnis unserer Erlösung. Die Kirchenväter sehen in der Gottesmutter Maria zunächst das Mysterium der “ecclesia immaculata“, der Kirche, die durch das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi von allen Sünden gereinigt und geheiligt worden ist.
Wir sind nicht nur die schuldverstrickten Sünder, sondern wir sind mit Maria durch Christus von der Schuld befreit worden.
Wir sind nicht mehr ganz und gar von der Verderbtheit der Welt infiziert, sondern die Leiden und Bedrängnisse im Alltag führen uns zu einer vertieften Hoffnung, die sich in der Wirklichkeit des Lebens bewährt. Die Gewissheit der Liebe Gottes hängt eben nicht vom subjektiven Empfinden ab. So charakterisiert Paulus den Stand des Christen im 5. Kapitel des Römerbriefes.
Wir sind nicht von Grund auf schlecht und böse, sondern in uns ist nun die Gnade stärker als die Schuld.
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8. Dezember 2003 - Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria
Wir feiern das Fest der Jungfrau Maria nicht nur, um sie vor allen auszuzeichnen, sondern in ihr feiern wir das Geheimnis unserer Erlösung.
Ursprünglich war auf der Seite Gottes das Glück, man nannte es Paradies. Durch die Trennung von Gott begann das Unglück und die Angst um die eigene Existenz, ein Grundproblem menschlichen Lebens. Wo Menschen die Sicherungen des Lebens nur bei sich suchen, setzen sie sich an Gottes Stelle. Wir können uns aus diesem Zustand der allgemeinen Heillosigkeit, der Erbsünde, nicht selbst erlösen. Mit Maria, der neuen Eva, der Mutter der Glaubenden, hat Gott diesen Kreislauf endgültig durchbrochen, denn durch sie wurde Gott Mensch für unsere Erlösung, damit wir füreinander liebende Menschen sind.
Wir feiern am Fest der Unbefleckten Empfängnis also unser eigenes Geheimnis
Am Fest der Immaculata drückt sich unsere Sehnsucht nach dem reinen Menschen aus. Es muss doch einen geben, der nicht alles auf sich bezieht und überall nur seinen Vorteil sucht. Es gibt einen Menschen, dessen guter Kern nicht von der Sünde verdorben wurde: Es ist Maria, eine Frau aus unserer Mitte, eine wie wir, jedoch: Gott hat sie so mit Gnade ausgefüllt, dass das Böse keinen Raum mehr hat.
Das Hochfest der Jungfrau Maria soll uns sagen, dass auch in uns ein Ort ist, an dem Gott allein wohnt, ein Ort, der weder durch die Bosheit der Welt, noch durch die eigene Schuld berührt werden kann. In diesem Ort wohnt Jesus Christus allein und das feiern wir, indem wir endlich aufatmen und wieder vertrauen können.
Dieses Fest führt uns ein optimistisches Menschenbild vor Augen, eben ein anderes Bild, als es uns die heutige Literatur zeichnet, die den Menschen in einer Welt des Geschäftes und des mörderischen Kampfes sieht, in der er zu Leistung und Erfolg verurteilt schuldig wird, ohne dass er es merkt. Die Strukturen der Gesellschaft und der Wirtschaft sind ungerecht und treiben den Menschen in die Schuld, ohne dass er es will. Er kann aus dieser Verstrickung aus eigenen Kräften nicht mehr ausbrechen.
Die ganze Wahrheit besteht eben darin, dass wir eben wie Maria von Christus her neu geschaffen sind. „In Christus sind wir eine neue Schöpfung“ (2 Kor 5,17). Wir preisen an diesem Fest den dreifaltigen Gott für sein gnädiges Handeln an uns. Dieses Fest der Gnade Gottes soll uns zum Beginn des Kirchenjahres ein neues Denken, Reden und Handeln vermitteln. Wir wissen, dass der Herr allmächtig ist, ja was bei Menschen unmöglich ist, das vollbringt Gott.
„Der Herr ist mit dir“, so spricht der Erzengel Gabriel zu Maria. Diese Begnadung ist die Zusage an den Menschen, den Gott für eine große Aufgabe bestimmt hat. Fühle ich mich wie Maria persönlich angesprochen, z.B.für einen Dienst in der Pfarre ?
Maria stellt sich Gott völlig zur Verfügung. Sie vertraut, dass es das Beste ist, sich einzig von Gott bestimmen zu lassen. Das „Ja“ Marias bedeutet: Gott im eigenen Leben mehr Raum zu geben als allem anderen. Durch Gottes Geist und Kraft sind wir wie Maria imstande, dass Gottes Sohn in uns Gestalt annimmt.
Wir werden uns nicht mehr überfordert fühlen, weil uns immer mehr bewusst wird, dass wir von Gott geliebt und erlöst sind, umfangen von seiner Güte und Menschenfreundlichkeit, die uns in Christus Jesus erschienen ist und die in Maria ihre Zärtlichkeit, Schönheit und Reinheit entfaltet hat.
Autor / Quelle: OSR FOL Aloisia Sr. Blandina Schönleitner Fachlehrerin an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, 5400 Hallein, Pfarrgasse 8 Telefon: 06245 / 800 40, Fax: 06245 / 80040-412 halleinfs.admin@salzburg.at
Beitrag online bis 22.12.2003 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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