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Doris Weissenberger leitet das Haus Mirjam professionell und mit höchstem persönlichen Einsatz
Schwester Adele von den Halleiner Schulschwestern gründete das Haus und stand ihm über 10 Jahre hindurch als Leiterin vor.
Ein Teil des Teams des Hauses Mirjam beim Vorstellungsabend in der Alten Schmiede der Halleiner Saline anlässlich des "Tages gegen Gewalt an Frauen" am 25. November 2003
Frauenhaus Hallein "Haus Mirjam" Postfach 36 5400 Hallein Tel 06245 80261 Fax 06245 80261-2 hausmirjam@aon.at
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Was geschieht im Haus Mirjam
Erstmals gibt das Team des Haus Mirjam umfassend und öffentlich Auskunft über die vielfältige Arbeit und die bange Zukunft in diesem "Haus der Barmherzigkeit".
Die Geschichte des Haus Mirjam Das Gebäude des heutigen Frauenhauses Hallein „Haus Mirjam“ mit dem dazugehörigen Garten wurde vor 100 Jahren der Pfarre Hallein von der Gräfin Marie Thun-Hohenstein für notleidende Frauen gestiftet. Die Pfarre stellt das Haus kostenfrei zur Verfügung, mit der Auflage an die Institution die erforderlichen Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen aus dem eigenen Budget zu bestreiten.
1991 gründete Sr. Adele Fercher (Halleiner Schulschwestern) ein betreutes Wohnprojekt für Mütter und Kinder in Notsituationen. Die Trägerschaft und Ausfallhaftung für die ersten Jahre übernahm Kolping Österreich und später die örtliche Kolpingfamilie Hallein. Ab 1992 subventionierte die Salzburger Landesregierung das Projekt im Rahmen von Tagsätzen nach dem Sozialhilfegesetz. Nachteil dieses Finanzierungsmodells war, dass jede Frau Sozialhilfe beantragen musste, wodurch die für ihren Schutz notwendige Anonymität nicht gegeben war. Anfangs arbeitete Schwester Adele, mit einer pensionierten Mitschwester und ehrenamtlichen Helferinnen. 2 Schwestern wohnten im Haus. Die gravierenden Problemstellungen der Frauen und Kinder erforderten sehr bald die Installierung eines Fachteams, das den wachsenden Anforderungen entsprechend weiter adaptiert wurde. 1998 konnte bei der Salzburger Landesregierung eine Pauschalfinanzierung erreicht werden, wodurch in Bezug auf die oben erwähnte Wahrung der Anonymität der Hilfesuchenden eine wesentliche Verbesserung erzielt wurde. Seit 1999 ist das Frauenhaus Hallein „Haus Mirjam“ wie die beiden anderen Frauenhäuser in Salzburg (Salzburg Stadt und Saalfelden/Pinzgau) dem Frauenbüro der Salzburger Landesregierung zugeordnet.
Leitungswechsel Die Leiterin und Gründerin des Hauses, Sr. Adele, ist im März 2002 zurückgetreten, um sich nach 10 Jahren Aufbau- und Entwicklungsarbeit im Haus Mirjam einer neuen Aufgabe zuzuwenden.
An dieser Stelle ein herzlicher Dank an sie, für das, was wir von ihr lernen konnten, für die Offenheit allem Neuen gegenüber und der Flexibilität sich den verändernden Bedingungen anzupassen. Nicht zuletzt auch dafür, dass sie mit Weitblick und Fachverständnis dem Fachteam, im Laufe der damals bereits 10jährigen Entwicklung der Institution zunehmend die Handlungsfreiheit und Kompetenz zugestanden hat, die notwendig waren, um das Frauenhaus Hallein zu einer Einrichtung zu machen, die ihren Stellenwert im sozialen Netzwerk behaupten kann. Wir freuen uns über ihre Bereitschaft, uns weiter mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Neue Leitung Grundlage der Entscheidungsprozesse im Haus, alle relevanten internen und externen Belange betreffend, sind schon seit vielen Jahren demokratische Entscheidungen des Teams. Durch die Trägerstruktur des Hauses war es jedoch erforderlich eine neue Leiterin zu installieren. Die Versuche eine externe Leiterin für ein seit Jahren eingespieltes Team zu finden, respektive die Installierung eines Leitungsteams, erwiesen sich als nicht zielführend. Im Herbst 2002 übernahm dann Doris Weissenberger, seit 8 Jahren als Psychotherapeutin im Haus tätig und verantwortlich für Konzept und Vertragsverhandlungen mit der Landesregierung, diese Aufgabe.
Umstrukturierung Durch den Weggang von Sr. Adele war der 24-Stundendienst, unverzichtbarer Teil eines Frauenhauses, völlig neu zu strukturieren. Sie hatte unter Mithilfe einer Mitschwester, nahezu unentgeltlich die gesamten Nacht- Wochenend- und Feiertagsdienste geleistet.
Der Personalbedarf für die abzudeckenden Dienste wurde erhoben, in das laufende Budget eingearbeitet und mit den Auftraggeberinnen diskutiert. Eine gesicherte Finanzierungszusage konnte bis zu diesem Zeitpunkt nicht erreicht werden.
Der 24-Stundendienst ist unverzichtbarer Teil des gesamten Betreuungskonzeptes des Hauses welches das Fachteam aus einer langjährigen Erfahrung heraus entwickelt und laufend adaptiert hat. Das Konzept zielt neben den „Alltagsgeschäften“ wie Krisenmanagement, Stabilisierung der sozialen und psychischen Lebenssituation von Frauen und Kindern u.v.m., vor allen auf die Erarbeitung von möglichst langfristig funktionierenden Lösungen ab. Lösungen, die eine Frau mit ihren Kindern befähigen, möglichst eigenständig ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Demgemäss wurden neue Mitarbeiterinnen eingestellt, um den 24-Stunden-Dienst abzudecken. So ist ein erweitertes Fachteam entstanden, das durch die unterschiedlichen Ausbildungen und Erfahrungsbereiche der Einzelnen die Ressourcen für die Betreuung und Beratung der Frauen und Kinder enorm erweitert.
Gleichzeitig waren die gesamten Arbeitsabläufe zu reorganisieren, um eine professionelle Dokumentation und Kommunikation zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurde im Laufe des Jahres auch an einem Anforderungsprofil für eine computergestützte Klientinnendatei gearbeitet.
Eine zweite geistliche Schwester stand weiterhin für großteils ehrenamtliche Leistungen im Bereich des 24-Stundendienstes zur Verfügung. Die Trennung von ihr erforderte wiederum Umstrukturierungen im Hausmanagement und zusätzliche Ressourcen im 24-Stunden-Dienst.
Umbau Im Sommer konnten wir aufgrund einer Finanzierung aus dem Impulsprogramm der Salzburger Landesregierung die schon lange und dringend anstehende Fenster- und Fassadensanierung vornehmen. Ein herzlicher Dank an alle die uns dabei unterstützt haben, dies bei laufendem Betrieb gut über die Bühne zu bringen.
Produktentwicklung Gemeinsam mit den Frauenhäusern Salzburg und Saalfelden sowie dem Frauennotruf fanden auf Einladung des BFF (Büro für Frauenfragen und Gleichbehandlung) das ganze Jahr über fast monatliche Arbeitskreise mit Vertretern der Organisationsabteilung der Salzburger Landesregierung statt, mit dem Ziel eine einheitliche Produktbudgetierung für alle Frauenhäuser zu erreichen. Der beträchtliche zusätzliche Arbeitsaufwand in unseren knapp aufeinanderfolgenden Umstrukturierungsphasen war kaum zu bewältigen. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen und wir hoffen, dass der Nutzen dieses Aufwandes einmal im Verhältnis zum Aufwand sein wird. Den Folgen dieser Produktbudgetierung sehen wir mit einiger Skepsis und Besorgnis entgegen.
Wir sorgen uns und kämpfen um den Weiterbestand des Hauses
Bedingt durch die kontinuierlich zu verändernden Grundstrukturen und Abläufe bis zur Entwicklung des heutigen Teams, war das Jahr 2002 weder repräsentativ für die zukünftigen noch vergleichbar mit den vergangenen. Die vollen Auswirkungen der personellen Veränderungen treffen erstmals 2003 in aller Konsequenz ein. Die finanzielle Absicherung des Hauses ist aber aus heutiger Sicht noch immer nicht gegeben. Der zusätzliche Finanzbedarf zur Absicherung des 24-Stunden-Dienstes ist für das laufende Jahr nicht vollständig abgedeckt. Der tatsächliche Finanzbedarf für die neue Struktur wurde überprüft und hochgerechnet. Der drohende Fehlbetrag wurde rechtzeitig an die Auftraggeber weitergeleitet und sachlich begründet. Der von uns genannte Bedarf an zusätzlichen Finanzmittel hat sich seit unseren ersten Gesprächen mit dem BFF nicht grundlegend geändert. Es geht um 2,2 Dienstposten, die durch den Weggang der geistlichen Schwestern, die im Haus wohnten, nachbesetzt werden mussten.
Es fällt uns schwer, in dieser Situation von laufenden Verhandlungen zu sprechen, denn das bisherige Verhandlungsergebnis steht seit einem Jahr fest und sieht eine Aufstockung um 20.000.—Euro vor. Damit lassen sich aber nur 0,65 der benötigten 2,2 Dienstposten finanzieren. Das sind ca. 30% des tatsächlichen Bedarfs. Oder 24h-Dienst nur an 2 von 7 Tagen. Daher der Hilferuf, denn langsam ausgehungert wäre eben auch gestorben. In diesem Sinne hoffen wir, dass unseren erfolgreichen Bemühungen die Institution in ihrer mittlerweile 12 jährigen Tradition den aktuellen Anforderungen gemäß weiterzuentwickeln auch von öffentlicher Seite Rechnung getragen wird. Bei den Umstrukturierungsmaßnahmen wurde besonders Wert gelegt auf die maximale Nutzung der Ressourcen und das Erzielen von kostensparenden Synergieeffekten. Die heute vorliegende Organisationsstruktur ist Ergebnis unser kontinuierlichen Arbeit und erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und Idealismus von jedem Teammitglied, die bekanntermaßen sehr aufwendige Beratungs- und Betreuungsarbeit mit derart knappen zeitlichen und finanziellen Ressourcen leisten zu können. Nachdem es wie bereits oben erwähnt, nur sinnvoll sein kann, mit den betroffenen Frauen und Kindern an möglichst langfristigen Lösungen zu einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben hin zu arbeiten ist eine zusätzliche Reduktion der Betreuungs- und Beratungsleistungen nicht vorstellbar. Symptombekämpfung ohne Ursachenbehandlung ist schlicht und einfach sinnlos. Dies würde auf eine bloße „vorübergehende Aufbewahrung“ von Frauen und Kindern hinausführen und ist für uns weder fachlich und emotional vertretbar noch sozialpolitisch und volkswirtschaftlich sinnvoll.
Autor / Quelle: Das Team des Haus Mirjam
Beitrag online bis 31.12.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 15 ( - 11.08.04 - ) / 630 / 917
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