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H.C. Artmann
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Das ELtheater präsentiert : "Der Zerbrochene Krug" von H.C. Artmann
nach dem gleichnamigen Lustspiel von Heinrich v. Kleist. Aufführungen am 5. und 6. März 2004, 19:30h, Evangelische Kirche Hallein
H.C.Artmann hat die Komödie „Der zerbrochene Krug“ von H.v.Kleist nicht verändert. Er hat sie lediglich in „Mundart“ bzw. „Umgangssprache“ gesetzt und dabei den Ablauf dieses köstlichen Lustspiels gestrafft. Dadurch ist es für Amateurgruppen spielbar geworden und verliert trotzdem nichts von seiner Genialität. Dass das Stück genial ist, hat schon Goethe vermerkt und es als das beste deutsche Lustspiel bezeichnet. Denkwürdigerweise war die Uraufführung in Weimar 1808, in der Inszenierung Goethes, ein absoluter Misserfolg. Das Stück fiel glatt durch. Erst eine spätere Umarbeitung durch Kleist brachte den Durchbruch. Ein niederländischer Kupferstich mit einer ländlichen Gerichtsszene war für Kleist der Anstoß für die Arbeit, mit der er Freunden sein Talent für das Komische beweisen wollte. Er beschreibt in der Vorrede diesen Stich und sagt dabei: „Der Gerichtsschreiber sah den Richter misstrauisch zur Seite an, wie Kreon, bei einer ähnlichen Gelegenheit, den Ödipus..“ Die Grundkonstruktion des „Ödipus“ von Sophokles, dieser klassischen Tragödie, hat Kleist in einem Punkt geändert und sie damit zur klassischen Komödie gemacht: Adam sucht den Übeltäter zu finden, obwohl er weiß, dass er es selber ist. Ödipus sucht den Mörder seines Vaters zu finden, der er selber ist, es aber nicht weiß. Ödipus sucht in seiner Verhandlung die Wahrheit zu ergründen, Adam versucht die ihm bekannte Wahrheit durch die Gerichtsverhandlung zu verschleiern. Ödipus hat seinen Vater erschlagen; Adam hat nur versucht ein Mädchen zu verführen. Der Rangunterschied der Taten macht das eine zur Tragödie, das andere zur Komödie. Adam, der glücklose Schürzenjäger, verstrickt sich mit fortlaufender Verhandlung heillos in ein Lügengespinst und wird so zum tragischen Helden, der nicht straflos bleiben kann, dem man aber auch nicht wirklich böse sein kann. Pfiffig, durchtrieben und unverschämt sucht er sich zu befreien, gerät aber immer tiefer in eine Verstrickung aus der es kein Entrinnen gibt. Nicht die Indizien entlarven ihn endlich, sondern die übereifrig betriebene falsche Deutung verrät ihn lange bevor er reißaus nehmen muss. Goethe zum Fürsten Carl August: „Sie wissen, welche Mühe und Proben ich es mir kosten ließ, seinen Wasserkrug aufs hiesige Theater zu bringen. Dass es dennoch nicht glückte, lag einzig in dem Umstand, dass es dem übrigens geistreichen und humoristischen Stoffe an einer rasch durchgeführten Handlung fehlt.“ Friedrich Hebbel: „Der ergötzlichste Einfall... ist hier zum Genialen gesteigert. Seit dem Falstaff ist im Komischen keine Figur geschaffen worden, die dem Dorfrichter Adam auch nur die Schuhriemen auflösen dürfte.“
Die Darsteller
Adam, ein Richter in Hallein ------ Walter Petri Waltersberg, Gerichtsrat ---------- Nick v. Dellingshausen Liechtl, ein Schreiber ------------ Robert Priewasser Magdalena Rull -------------------- Christl Hochwimmer Eva, deren Tochter ---------------- Katharina Fehrer Vitus Dimpfl, ein Bauer ----------- Andreas Farkas Ruprecht, dessen Sohn ------------- H.C.Kröss Gretl ----------------------------- Christine Strobl Marie ----------------------------- Gerlinde Steinberger Frau Theresia, eine Alte ---------- Monika Wintersteller
Bühne ---------------------------- Franz Gritzner Ausstattung----------------------- Alexandra Schwaiger Licht ---------------------------- Gerda Schwaiger Spielleitung --------------------- Kurt Schwaiger
Autor / Quelle: Kurt Schwaiger
Beitrag online bis 10.3.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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