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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Kirche Intern

Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich

Alle 14 Kirchen, die dem Ökumenischen Rat der Kirchen angehören, haben sich an einem vierjährigen Prozess, der zur Entstehung dieses gemeinsamen Sozialwortes geführt hat, beteiligt.
Zunächst haben die Kirchen ihre eigene soziale Praxis in eindrucksvoller Weise dargestellt. Auch unsere Gemeinde hat sich an dieser „Standortbestimmung“ beteiligt. So haben die Kirchen gezeigt, dass sie vor allem aufgrund ihrer Praxis in sozialen Fragen kompetent und glaubwürdig sind.
Außerdem ist der Entstehungsprozess dieses Sozialwortes ein ganz bedeutendes Ereignis für die Ökumene Österreichs. Kirchen mit ganz unterschiedlicher Größe, westlicher und östlicher Tradition waren daran beteiligt. Das lässt hoffen, dass die Kirchen des Ökumenischen Rates auch in anderen Fragen Fortschritte machen können.
Das Sozialwort versteht sich nicht als Rezeptbuch, sondern als Kompass in einer Gesellschaft, die sich gerade im sozialen Bereich in einem Wandel befindet. Ein Kompass zeigt den Weg an. Das Sozialwort lädt die Mitglieder der Kirchen, aber auch die Dialogpartner aus Politik und Gesellschaft ein, diesen Weg miteinander zu beschreiten und in der angezeigten Richtung in eigener Verantwortung Lösungen zum Wohl der menschlichen Gemeinschaft in unserem Land zu suchen.
Die Themen des Sozialwortes entsprechen den gesellschaftlichen Brennpunkten, die sich aus dem Prozess zur Entstehung des Sozialwortes ergeben haben:
Am Beginn steht das Kapitel „Bildung – Orientierung und Beteiligung“ als wesentliche Voraussetzung für eine gute Entwicklung der Gesamtgesellschaft und als Chance des Einzelnen, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.
Weiters: „Medien – Bewusstsein und Öffentlichkeit“: Mehr denn je werden die Medien unser Denken und Handeln prägen und die politischen und demokratischen Entwicklungen beeinflussen. Menschsein ist Leben in Beziehungen. Damit beschäftigt sich das Kapitel „Lebensverbindungen – Beziehungsfähigkeit und sozialer Zusammenhalt“.
„Lebensräume – Wandel und Gestaltung“ geht den Veränderungen in Land und Stadt und durch das Zusammenwachsen Europas nach.
Sehr ausführlich beschäftigt sich das Sozialwort naturgemäß mit „Arbeit – Wirtschaft - soziale Sicherheit“. Unter anderem heißt es da (S 84): „Die Kirchen treten ein für eine den heutigen Herausforderungen entsprechende Weiterentwicklung des Sozialstaates und deshalb für eine breite Diskussion aller gesellschaftlichen Kräfte darüber, wie eine grundlegende sozialpolitische Absicherung für alle eingerichtet werden kann.“

Die Hoffnung auf „Frieden in Gerechtigkeit“, „Gerechtigkeit Weltweit“ und die Verantwortung für die „Zukunftsfähigkeit“ unseres Wirtschaftens sind seit den großen ökumenischen Konferenzen in Basel und Graz zu ganz wichtigen Themen für sehr viele Christen geworden und werden daher auch hier behandelt.
Dieses Sozialwort soll nicht in irgend welchen Schubladen verschwinden. Deshalb sind jedem Kapitel „Aufgaben“, als eine Art Selbstverpflichtung zugeordnet, mit denen die Kirchen dazu einladen, die Anliegen des Sozialwortes weiter in die Tat umzusetzen.
Auf Grund dieser Selbstverpflichtung benennen die Kirchen dann auch „Aufgaben“ für den Staat und die Gesellschaft. Dementsprechend schließt das Sozialwort mit der Aufforderung „Vom Sozialwort zu sozialen Taten“.

Für Interessierte liegen in der Pfarrkanzlei des katholischen Pfarramtes einige Exemplare auf und können zum Preis von ca Euro 10.- erworben werden.





Autor / Quelle:

Beitrag online bis 30.6.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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