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 © Helmut Meisl

 Fastenaktion
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Pater Maximillian Bergmayer


Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Gruberhaus beim 2. Vortrag der Fastenaktion 2004


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Gott ist ganz anders

Um den scheinbaren Widerspruch der geichzeitigen Nähe und Ferne Gottes in den Menschen ging es beim 2. Abend der Fastenaktion im Gruberhaus.

Weit mehr neue Fragen als Antworten bescherte der ausgezeichnete Vortrag von Pater Maximilien Bergmayer den vielen Besuchern des Gruberhauses, darunter Bürgermeister Dr. Christian Stöckl und Ordinariatskanzler Dr. Hansjörg Hofer sowie die Pfarrer Wolfgang Del-Negro (evangelische Gemeinde) und Johann Schreilechner (katholische Gemeinde).

So einfach ist die Frage denn auch nicht zu beantworten nach der Möglichkeit, Gott nahe zu kommen. Eine der möglichen Wege zu Gott führt sicher über andere Menschen, manche Menschen erleben die Nähe Gottes bei der Geburt eines Kindes, wieder andere nach einem amstrengenden Aufstieg auf einen Gipfel. Natürlich gibt es auch Gottesbegegnungen im Gebet und in persönlichen Lebenskrisen, wenn man sich auf ihn einlässt.

Der persönliche Zugang zu seinem eigenen Gottesbild ist geprägt von der eigenen Lebensgeschichte, von den Menschen, die einen umgeben, von der Gesellschaft. Hatten es früher die Menschen mit einem Bild von einem Gott "hinter den Sternen" noch "einfach", so wissen wir heute im Zeitalter der Raumfahrt, dass die Frage nach der räumlichen Existenz Gottes so einfach sicher nicht zu beantworten ist. Ja es stellt sich sogar die Frage, ob Gott nicht nur eine Projektion, eine Einbildung der Menschen ist.

Wie müsste Gott heute aussehen, käme er bei der Türte herein, damit wir ihn auch erkennen würden: Käme er als Mann mit Krawatte und Anzug, als Frau oder gar als Kind? Für viele Menschen ist Gott heute sehr weit weg, er "kümmert" sich nicht um die Menschen. Auch in der Psychologie hat Gotte heute keinen Platz mehr, zu nüchtern ist das Bild über uns Menschen (und Gott?) geworden.

Gott kann spürbar sein im Leben von Menschen, im Leben einer aktiven Pfarrgemeinde, wo Menschen einander annehmen und miteinander feiern.

Fragen über Fragen reihten sich an diesem Abend aneinander: Wie kann ich Gott mit Du ansprechen, wenn er doch gleichzeitig in mir, ein Teil von mir ist?

Eine der Möglichkeiten, mit Gott in Beziehung zu treten, kann das Gebet sein; das Gebet bildet einen "Raum für Gott", setzt aber Glauben voraus und um Glauben zu können, erfordert es eine Geschichte des "Hörens" von und über Gott. Manchmal wird es auch notwendig sein, im Glauben "zugrunde" zu gehen, um dem Geheimnis im wahrsten Sinne des Wortes "auf den Grund" zu kommen.

Wenn Christus in uns ist, dann geht dieser Mensch auf wie eine Blüte, die sich immer mehr entfaltet, die Kreise zieht und andere Menschen durch ihre Schönheit anzieht.

In jedem Mitmenschen begegnen wir Gott; wenn wir in dieser Überzeugung in unseren Mitmenschen Gott suchen, werden wir - müssen wir - einen anderen, einen besseren Umgang miteinander pflegen.





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 31.12.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (4.1.05 - 04.01.05 - ) / 727 / 296