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 © Helmut Meisl

 Fastenaktion
Diese Seite als Druckausgabe


Dr. Eva Schmetterer bei ihrem viel beachteten und aufmerksam verfolgten Vortrag


Im Pfarrsaal Rehhof fand der dritte Abend ebenfalls wieder einen sehr regen Zuspruch bei den Besuchern


Anmerkung
Den Inhalt des Vortrages von über einer Stunde Dauer in all seiner Dichte und Präzision in den Aussagen der Referentin wiedergeben zu wollen, kann nur blitzlichtartig und ohne den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit gelingen. Hiefür werden die Leser um Verständnis gebeten und gleichzeitig dazu eingeladen, sich bei den weiteren Vorträgen selbst einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.

Die Wirtschaft in der Apokalypse

Gott, Götter, Götzen ... Was hat Wirtschaft mit Götzen zu tun? Anhand der Apokalypse versuchte Eva Schmetterer Antworten zu geben.

Für die Christen gibt es nach Paulus nur den EINEN Gott, die Frage nach mehreren Göttern stellt sich für Christen eigentlich nicht und in dieser Frage ist auch die Bibel recht eindeutig und sparsam mit weiteren Antworten.

Wesentlich spannender ist da schon die Antwort der Bibel auf Götzen. Da wird zB. schon im Alten Testament beim Propheten Jesaja. Wenn sich Menschen ein Bild von Gott aus Holz "schnitzen" und dann vor diesem Götzen niederknien, wird das recht deutlich beantwortet. Ein nichts sind alle, die sich selbst ein Götzenbild machen.

Im Hauptteil des spannenden Referates, das an dieser Stelle nicht ansatzweise wiedergegeben werden kann, stand die Apokalypse des Johannes. Allein schon die unglückliche Einheitsübersetzung mit dem Wort "Offenbarung" trifft daneben, so Eva Schmetterer. In der Apokalypse geht es nicht darum, dass Gott sich uns offenbart, sondern vielmehr darum, dass die Zeit, in der dieses Buch geschrieben wurde "entschleiert" wird und dass die Parallelen zu der heutigen Zeit entschleiert werden. Und Parallelen zu heute finden sich in diesem Buch tatsächlich beängstigend viele. Der Schleier soll von unserer Welt genommen werden, die Augen für die katastrophalen Zustände heute bei uns sollen geöffnet werden anhand der Parallelen zur Zeit des Johannes.

Es geht in der Apokalypse nicht um Zukunftsvisionen, Jesu Tod und Auferstehung sind schon geschehen. Die wahrhaftigen Götter sind ein Trugbild, mit diesen aber wird reale Gewalt an den Menschen ausgeübt; damals von der Römern in den besetzten Gebieten und heute - unübersehbar - von der Wirtschaft.

Wie also dann als Christen versuchen in dieser Situation bewußt zu leben?

Durch das Ausrufen eine Revolution? Das führt in weiterer Folge zwar zu einer Zerschlagung des bestehenden Systems aber auch zu einer Zerstörung unzähliger Menschenleben. Auch andere "einfache" Lösungsansätze taugen bei genauerem Hinsehen nicht wirklich als Probemlösung.

Wie also lautet dann die Antwort des Johannes?
Offenlegen dessen, was ist, d.h. den Menschen sagen, wie tragisch die Situation tatsächlich ist. Dann geht es um ein Leben im Sinne Jesu und seiner Praxis folgend. Zu empfehlen als Anregung ist auch das Gleichnis vom klugen Verwalter. Und schliesslich können wir auch noch zeichenhaft die letzte Unterwerfung des bestehenden System verweigern.

Alles das sind keine Allheilmittel, alles das beantwortet nicht die Frage nach dem, was dann kommen wird, ob dann nicht wie in den vielen Jahrhunderten menschlicher Geschichte sich alles in abgewandelter Form nicht doch wiederholt.

Wir haben dennoch keinen Grund zum Verzweifeln, denn trotz all der Unvollkommenheit menschlichen Tuns ist eines gewiß: Letzten Endes hält ER und in seiner Hand.





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 31.12.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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