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Das engagierte, aber genervte Team des Hauses Mirjam
Linktipp: Umfassende Information über die Arbeit im Haus Mirjam
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Halbwahrheiten und Unwahrheiten
Die Politik lässt den Mitarbeiterinnen im Haus Mirjam über die Presse ausrichten, wie es weitergehen soll. Ist das Feigheit, Präpotenz oder die "neue Politik" im Land Salzburg? Wir zeigen Ihnen, was wirklich stimmt.
Die unverständlichen neuen Arbeitsmethoden der neuen Salzburger Landesregierung und entsprechende Pressebereichte veranlassen das Haus Mirjam-Team zu einer öffentlichen Klarstellung.
Zur Erinnerung Das Haus Mirjam besteht seit nunmehr 13 Jahren. Rund 650 Frauen und Kinder wurden bisher betreut. 10 Jahre lang, bis 2001 wurde der 24 Stunden-Dienst zum Großteil unentgeltlich von den Halleiner Schulschwestern geleistet. Seit 2002 steht diese Leistung nicht mehr zur Verfügung. Bereits im Jahr 2001 wurde vorsorglich der Personalbedarf für einen 24 Stundendienst erhoben. Dies unter maximaler Entzerrung der Dienste und mit dem intensiven Nutzen von ressourcensparenden Synergieeffekten. Mitarbeiterinnen des 24-Stunden-Dienstes machen beispielsweise Beratungen usw. Das sich daraus ergebende Plan-Budget wurde an die Auftraggeberinnen (Büro für Frauenfragen- und Chancengleichheit, Ressort LH Burgstaller) übermittelt. Wiederholt wurde von deren Seiten die kostensparende Umstrukturierung positiv aufgenommen.
Planungssicherheit durch Verträge Grundsätzlich erhält das HM immer nur 1 Jahresverträge, die meist erst am Ende des laufenden Jahres abgeschlossen werden. Dies macht eine umsichtige Planung bzw. eine Verhandlung mit etwaigen Sponsoren so gut wie unmöglich. Ansprechpartnerin ist das Büro für Frauenfragen und Chancengleichheit, Ressortzuständig Fr LH Gabi Burgstaller. Das Haus und der geschützte Garten werden, mit dem Auftrag der Erhaltung, von der Pfarre Hallein bisher kostenlos zur Verfügung gestellt.- 2002: kam die Umstrukturierung noch nicht voll zum Tragen, da neue Mitarbeiterinnen erst gefunden, eingestellt und eingeschult werden mussten.
- 2003: die Finanzierung konnte erst im November (!) (nach einem kräfteverzehrenden PR-Prozess) sicher gestellt werden. Offene Abrechnungen usw. mussten ins Jahr 2004 mitgenommen werden.
- 2004: kein Vertrag, keine Sicherheit, nicht einmal auf Basis der Vorjahresbeträge.
- Aber: Über die Medien lässt uns die Politik ausrichten: zu klein, deshalb zu teuer, eben Strukturprobleme. Obwohl sich an der Größe seit 13 Jahren nichts geändert hat ebenso wenig wie am Konzept des 24-Stunden-Betriebes.
Arbeitsbereiche Sozialarbeit Kinderbetreuung Beratung für Frauen und Kinder 24-Stunden-Dienst Leitung/Finanzen/Öffentlichkeitsarbeit Hausmanagement
24 Stunden-Dienst 5 Vormittage und 3 Nachmittage hat jeweils eine Sozialarbeiterin Dienst: 5 Vormittage eine Kinderbetreuerin Die verbleibenden Nachmittage, Nächte, Feiertage und Wochenenden werden jeweils von einer Fachkraft aus dem 24-Stundenteam abgedeckt. Diese ist alleine im Haus und in dieser Zeit für alle Belange wie Neuaufnahmen, Schutz, Sicherheit, Beratung, Krisenintervention, Hausmanagement, soziales Wohnen, telefonische Beratungen usw. zuständig.
Was wird geleistet Das Team der Nachmittags, Nacht- und Feiertagsdienste (kurz: 24h-Team), setzt sich zusammen aus Psychologinnen, Lebens- und Sozialberaterinnen, Partner- und Familienberaterin. Alle werden nach dem Landesbedienstetenschema „c“ bezahlt. Dieses Gehalts-Schema der Landesregierung stuft normalerweise Akademikerinnen auf „a“ und Maturantinnen auf „b“. Von den acht Stunden zwischen 22.00 bis 6.00 Uhr werden nur drei Stunden bezahlt.
Dienstposten Damit im Frauenhaus Hallein mit derzeit 6 Plätzen für Frauen und deren Kindern jeweils nur eine Mitarbeiterin 24 Stunden an 365 Tage im Jahr im Haus arbeitet werden rein rechnerisch bereits 5,25 Dienstposten benötigt, denn 1) bei einem Dienstvertrag mit 40 Wochenstunden steht 1 Mitarbeiterin netto ca. 1.670 Stunden zur Verfügung und 2) der Bedarf für 24 Stunden an 365 Tagen ergibt 8.760 Mitarbeiter-Stunden. Dies beinhaltet noch keine Übergabe- oder Teamzeiten, die für eine verantwortungsvolle und effiziente Arbeit unerlässlich sind. Für das Betreuungsteam des Frauenhauses Hallein stehen 5,83 Dienstposten zur Verfügung. Diese sind bewusst ausschließlich auf Teilzeitmitarbeiterinnen (im Durchschnitt bei 20 Wochenstunden) aufgeteilt, da der längere Ausfall einer Vollzeitkraft katastrophale Folgen für die verbleibenden Mitarbeiterinnen hätte. Eine qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiterin unterstützt das Team an einem Nachmittag/Woche
Wer macht die Arbeit Qualifizierte und erfahrene Frauen mit viel Idealismus, alle mit Familie und Kindern. Aus der Überzeugung heraus, dass eine vorübergehende „Aufbewahrung“ von Frauen und Kinder ohne das fundierte Erarbeiten von individuell tatsächlich umsetzbaren Perspektiven, weder sozialpolitisch noch ökonomisch vertretbar ist. Symptombekämpfung ohne Ursachenbehandlung ist schlicht und einfach sinnlos. Nachdem es ,wie bereits oben erwähnt, nur sinnvoll sein kann, mit den betroffenen Frauen und Kindern an möglichst langfristigen Lösungen zu einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben hin zu arbeiten, ist eine zusätzliche Reduktion der Betreuungs- und Beratungsleistungen nicht vorstellbar.
Die aktuelle Situation Das Haus ist seit Monaten überfüllt, seit Jahresbeginn mussten wir 35 Frauen abweisen. Die Zahl der Betreuungsfälle steigt. Wir haben dem Rechnung getragen und ein Zimmer zusätzlich provisorisch nutzbar gemacht. Mit einigen baulichen Maßnahmen könnt dieses Zimmer und eventuell ein zweites dauerhaft zur Verfügung gestellt werden Nachdem es im November 2003 ein klares Bekenntnis von zuständiger politischer Seite zum Frauenhaus Hallein gab, stehen wir nun wieder vor dem Aus. Darüber hinaus wurde in den letzten Tagen in den Medien verbreitet, das Frauenhaus Hallein, sei gesichert. Eine Aussage die in unserer derzeitigen Situation nur als sarkastisch bezeichnet werden kann.
Forderungen Der Bedarf für die drei Frauenhäuser im Salzburger Land steht außer Frage. Es ist eine einfache Rechenaufgabe, dass die Personalressourcen für eine kleinere Einrichtung, umgelegt auf die Kapazität, höhere Kosten pro Kopf ergeben. Alle drei Frauenhäuser haben aufgrund der lokalen Bedürfnisse und ihrer Geschichte ihre Schwerpunkte entwickelt und können so in der jeweiligen Region sinnvoll auf die akute Not reagieren. Dies zeigt sich auch in der enormen Akzeptanz des Frauenhauses Hallein „Haus Mirjam“ bei der Bevölkerung in der Region. Mehrmals wöchentlich werden Sachspenden gebracht, mit denen wir sowohl die Frauen im Haus als auch ehemalige Bewohnerinnen unterstützen können. In letzter Zeit ist das Frauenhaus auch immer wieder Anlaufstelle für Hilferufe unterschiedlichster Belange geworden, die wir nach telefonischer oder persönlicher Beratung an passende Hilfseinrichtungen weitervermitteln konnten.
Die Anwesenheit einer Fachkraft 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr ist in der Region eine stabile Konstante im Umfeld ständig gekürzter sozialer Ressourcen. Das Frauenhaus Hallein braucht eine zumindest mittelfristige Absicherung (2 Jahresverträge) und dass, dem klaren Bekenntnis der Politik zur Einrichtung auch Taten folgen werden. Neben dem aufreibenden Alltagsgeschäft, verpuffen seit mittlerweile 3 Jahren unnötig, enorme Energiereserven des Teams im Überlebenskampf der Einrichtung. Diese Kräfte können viel sinnvoller eingesetzt werden in der Arbeit mit den Frauen und Kindern im Haus.
Verbunden mit dem Wissen um budgetäre Einsparungen im gesamten Sozialbereich will das Frauenhaus Hallein weiterhin Fachwissen, Know-How und Qualität einbringen. Wir arbeiten in einem zukunftsorientierten Entwicklungskonzept daran, ohne finanzielle Mehrbelastungen, aber mit den seit 2 Jahren erhobenem Bedarf, für das Land unser Spektrum und die Betreuungskapazität zu erhöhen. Es geht auch um zusätzliche Dienstleistungen, die aus der steigenden Not heraus entwickelt werden müssen.
Wir wünschen uns, dass mit unseren Kooperationspartnerinnen in Zukunft eine konstruktive Arbeit möglich sein wird.
Autor / Quelle: Haus Mirjam
Beitrag online bis 11.9.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 15 ( - 11.08.04 - ) / 803 / 569
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