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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Glaubt mir, Marta und Maria müssen beisammen sein, um den Herrn beherbergen zu können und ihn immer bei sich zu behalten; sonst wird er schlecht bewirtet sein und ohne Speise bleiben. Wie hätte Maria, die immer zu seinen Füßen saß, ihm etwas zu essen gegeben, wenn die Schwester ihr nicht beigesprungen wäre? Seine Speise aber ist, dass wir auf jede Weise Seelen sammeln, damit sie errettet werden und ihn loben in Ewigkeit.

Teresa von Avila


Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen und zuletzt wurde ich ganz still.

Sören Kierkegaard


Gönne dir einen Augenblick der Ruhe, und du begreifst, wie närrisch du herumgehastet bist. Lerne zu schweigen, und du merkst, dass du zu viel geredet hast. Sei gütig, und du siehst ein, dass dein Urteil über andere allzu hart war.

Tschen Tschiju

18. Juli 2004 - 16. Sonntag im Jahreskreis

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!

Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt.

Marta nahm ihn freundlich auf.

Ein Idealfall, gute Leute!
Wir würden sagen
getauft, gefirmt, geht in die Kirche, betet,
plagt sich redlich ein guter Mensch zu sein,
schaut auf die Familie, ist hilfsbereit und gastfreundlich.
Also mehr oder weniger alles in bester Ordnung.

Natürlich will man dafür auch geachtet, anerkannt sein.
Man ist ja nicht wie diese...
und wenn es sich rechnet, kann es auch nicht schaden.

Ich plane, sorge mich, denk an alles, weiß wo es lang geht, ICH.
Ich mach meinen Teil!
Schon ganz schön anstrengend, dieses Programm!

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen.

Sich hinsetzen?
Schauen, hören, oder gar träumen?
Sich beschenken lassen, loslassen, geschehen lassen?
Wir dürfen,
müssen uns hinsetzen und
mit dem Herzen den Gast aufnehmen,
der gekommen ist
unseren Horizont zu weiten,
das Zeitliche zu überschreiten,
das Übermäßige zu entspannen.

Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen ...

Merken wir noch, dass alles seine Zeit hat,
zeitlich begrenzt ist, also nicht bleibt?
Muß uns eine Enttäuschung oder ein Verlust die Grenzen zeigen?

...und hörte seinen Worten zu.

Die Sehnsucht des Herzens läßt uns auf das Wort hören,
das unserer Lebensmühe bleibende Hoffnung zu geben hat.

Es lohnt sich, so manche übermäßige Mühe und Sorge hintanzusetzen
um Zeit, Blick und Ohr für den zu haben, der das Leben ist.
Die Freude an Gott, kennen wir sie?

...das soll ihr nicht genommen werden.





Autor / Quelle: Sr. Cornelia Reinhardt, Elisabethinum, 5400 Hallein

Beitrag online bis 16.8.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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