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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Fest
Diese Seite als Druckausgabe


Die Pfarrkirche am Dürrnberg ist der Muttergottes geweiht




Was ist denn Himmel? Gottes Gegenwart und Wille, Gottes Liebe und Erbarmen. Maria war ganz darin eingegangen, und dieser Himmel ging darum ganz in sie ein.

Silja Walter

15. August 2004 - Aufnahme Mariens in den Himmel

Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel ist ein Fest unserer eigenen Hoffnung. Wir feiern in Maria eine von uns, die schon am Ziel angekommen ist, die mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist. „Wir preisen an diesem Fest die überschwengliche Größe der ewigen, alles überbietenden Herrlichkeit, die uns zuteil werden soll, und in ihrem Preis die Größe jedes Menschen, wie sie das Erbarmen der Gnade Gottes erdacht hat.“ (Karl Rahner, Maria, Mutter des Herrn)

Das Fest hat eine lange Tradition, denn es wurde schon in der Ostkirche bald nach dem Konzil von Ephesus (431 n.Chr.) gefeiert. Es will ausdrücken, was die Bibel uns allen verheißt. Es illustriert die Paulusworte von 2 Kor 5, 1 und 2 Tim 4, 8.

C.G.Jung hält die Verkündigung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel „für das wichtigste Ereignis seit der Reformation“. Er meint, man müsse das Dogma psychologisch interpretieren und nicht historisch - systematisch. Es nimmt die in der Tiefe des kollektiven Unbewussten liegenden Bilder der Ahnungen vom Geheimnis der Menschwerdung auf und verleiht ihnen Ausdruck. Daher ist dieses Dogma im höchsten Maß zeitgemäß.

Die Kirchenväter betonen einen anderen Aspekt: die Heiligung unseres Leibes. So wie der Leib Mariens mit dem Sonnenglanz Christi umgeben wird, so wird auch unser Leib nach dem Tod in das Licht Christi eintauchen und von ihm durchdrungen werden. Leib, das meint alle Erfahrungen und Erlebnisse, die wir hier auf Erden gemacht haben, sie werden hineingehoben in die Ewigkeit. Im Leib werden wir für die anderen sichtbar, erkennbar und durchschaubar. An unserem Leib kann jeder ablesen, wie es um uns steht, wo wir verkrampft sind, wo wir uns festhalten oder wo wir etwas verdrängen. Unsere Krankheiten offenbaren unsere innere Situation, unseren Ärger, unsere Enttäuschungen, unsere Zerrisssenheit und Unzufriedenheit. Dieser Leib wird in Gott hineingerettet, er wird verklärt und von Gottes Herrlichkeit durchdrungen.

Der Leib, vielfach vergötzt und erniedrigt zugleich ist in Maria in den Himmel aufgenommen. Welch eine Würde verleiht dieses Fest unserem Leib, es ist wichtig, gut mit ihm umzugehen und ihn als wichtigsten Partner auf dem geistlichen Weg zu betrachten. Er ist schon jetzt ein Tempel des Heiligen Geistes wie bei Maria, er wird im Himmel ganz vom Heiligen Geist durchdrungen sein und von Gott verwandelt werden. Die Herrlichkeit Gottes wird sich auch in unserem Leib wiederspiegeln. Aber nicht nur der gesunde, schöne Leib, sondern auch der kranke und entstellte ist zur Vollendung berufen ( siehe 2 Kor. 4,16 ).

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel hat auch kosmische Bedeutung, denn ein Teil der Schöpfung ist in Maria in den Himmel aufgenommen. Sie wird “als großes Zeichen am Himmel gesehen: eine Frau mit der Sonne umkleidet, zu ihren Füßen der Mond, auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen“ (Offb 12, 1). Maria ist für die Kirche ein Zeichen der Hoffnung, da der gesamte Kosmos verwandelt und verklärt wird. Durch die Kräuterweihe an diesem Fest sollen uns die Augen geöffnet werden, dass durch die Menschwerdung Gottes in Maria die ganze Schöpfung geheilt wurde. In ihrer Schönheit und Lebenskraft strahlt uns die Herrlichkeit Gottes auf. Die Verklärung Marias berührt die ganze Welt.

O gesegnete Frau, ganz rein und übervoll der Gnade, von deiner überströmenden Fülle ist die ganze Schöpfung durchtränkt und prangt in frischem Grün.
Du in höchstem Maß geheiligte Jungfrau, der Segen über dir ist Segen für die ganze Natur. Gesegnet und gepriesen ist Gott, der Herr durch die Schöpfung, durch Maria und durch uns Menschen.
Gotterwählte Jungfrau, Mutter, Maria Königin, du bist der verborgene Brunnen, du spiegelst das ewige Licht, du bist die Blume, erwachsen, betaut vom Heiligen Geist, du erglühst als die Morgenröte, wir grüßen dich als erste der Berufenen!
Hilf uns, dass die Dunkelheiten unseres Lebens erleuchtet werden von deinem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus.
Ihm sei Ehre, Lob und Dank in alle Ewigkeit!





Autor / Quelle:
OSR FOL Aloisia Sr. Blandina Schönleitner
Fachlehrerin an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, 5400 Hallein, Pfarrgasse 8
Telefon: 06245 / 800 40, Fax: 06245 / 80040-412
halleinfs.admin@salzburg.at


Beitrag online bis 12.9.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 ( - 19.08.04 - ) / 845 / 168