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Wie kam es zur Entscheidung für eine Neuordnung
Der Entschluß zur Vornahme einer Innenrenovierung erfolgte nicht aus "Lust und Tollerei", sondern ergab sich aufgrund einiger Probleme, die zur Lösung grundsätzlich anstehen.
- Der Fußboden in der Stadtpfarrkirche aus Adneter Marmor ist zum Teil so stark beschädigt, daß er für unvorsichtige Geher gefährlich werden könnte. An vielen Stellen wurden fehlende Platten nur durch Beton ersetzt (zB. beim Kreuzaltar und im Hintergrund der Kirche). Eine Gesamtsanierung des Bodens ist daher unbedingt nötig.
- Die aus der Erbauungszeit der Kirche (kurz von 1800) stammenden Bänke sind an vielen Stellen vom Holzwurm befallen und entsprechen nicht den Erfordernissen eines gesunden und bequemen Sitzens bzw. Kniens. Das wahre Ausmaß der Schäden an diesen Bänken offenbarte sich bei den Umbauarbeiten, die zu Tage brachten, daß die bestehenden Bänke im großen Umfang morsch und wurmig sind, praktisch nicht mehr repariert werden können und im Zuge der endgültigen Sanierung wohl oder über gegen neue Bänke ersetzt werden müssen.
- Der Einbau einer Heizung als Ergänzung zur bestehenden Lüftungsanlage ist zwar nicht einfach zu bewerkstelligen, insgesamt aber sicherlich unumstritten.
Beim II. Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) kam ein neues Denken mit einer Grundbesinnung auf die Eucharistie in der apostolischen Zeit auf. Der Gemeinschaftsgedanke, das Volk Gottes, die Würde und Unersetzbarkeit des Wortes Gottes, die Rolle des priesterlichen Vorsitzes, das Zusammenwirken vieler Dienste beim liturgischen Geschehen u.v.a. bekamen eine neue Bedeutung.
Was ist bisher geschehen?
Am 10. Oktober 1994 trat die Kommission für Kunst- und Denkmalpflege der Erzdiözese Salzburg in Hallein zusammen. Die wichtigsten Grundregeln bezüglich der Neuordnung der liturgischen Orte, des Gestühls, der Bodensanierung, der Anbetungskapelle, der Orgel, Beichstühle und anderer Details wurden in einem Protokoll festgehalten.
Am 2. Mai 1995 beriet eine Fachjury über die eingereichten Pläne von drei Facharchitekten bezüglich Neugestaltung der liturgischen Orte. Als überraschendes Ergebnis konnte keinem der 3 Architekten der Zuschlag erteilt werden. In weiterer Folge wurde Architekt Kulterer aus Villach mit der Weiterentwicklung der gemachten Vorschläge beauftragt, wobei die Vorgabe bereits die Aufstellung eines Altares in der Mitte der Kirche vorsah.
Am 10. April 1996 fand im erzbischöflichen Bauamt in Salzburg eine Aussprache statt. Der Vorschlag von Architekt Kulterer wurde dabei grundsätzlich als Leitlinie für die Weiterarbeit akzeptiert. Der Altar soll in die Mitte der Kirche kommen, die Sakramentskapelle soll an Ort und Stelle belassen werden, der "Westchor" mit der Orgel soll als "Pedant" zum "Ostchor" mit dem Hochaltar gestaltet werden.
Am 1. August 1996 wurde ein Grundmodell mit einer schematischen Zeichnung in der "Halleiner Zeitung" veröffentlicht und mit einem Kommentar von Dechant Richard Schwarzenauer der öffentlichen Diskussion anheim gestellt. Am 17. Oktober 1996 wurde ein eigener "Kirchenrenovierungssausschuß" konstituiert.
Bei einer gemeinsamen Sitzung von Pfarrgemeinderat (PGR), Pfarrkirchenrat (PKR) und Kirchenrenovierungsausschuß (KRA) am 8. Juli 1997 wurde beschlossen, ein Provisorium im Maßstab 1:1 in der Pfarrkirche aufzustellen. Dieses soll längere Zeit (möglichst ein ganzes Kirchenjahr) stehen bleiben, damit Erfahrungen beim Feiern wichtiger Feste gewonnen werden können. Bei der Aufstellung dieses Provisoriums ist die Mitarbeit möglichst vieler Halleiner unerläßlich, um die Kosten niedrig zu halten.
Der Aufbau des Provisoriums erfolgte plangemäß in der Woche vom 15. bis 20. September 1997. Im Zuge dieser Arbeiten wurden jedoch noch nicht Boden oder Bänke saniert. Die beiden vorderen Bankreihen wurden aber bereits umgedreht und ein provisorisches Podest mit Altar, Priestersitz sowie Lesepult aufgebaut. Bedeutend ist weiters die Übersiedlung des kunsthistorisch wertvollen Taufbrunnens von der Rückseite der Kirche in den Hochaltarbereich anstelle des alten Volksaltares. Einen neuen Abschluß beim rückwärtigen Ausgang der Kirche bildet ein großes Holzkreuz, das früher mangels eines geeigneten Platzes einfach in einer Fensternische untergebracht war und nun endlich ins rechte Licht gerückt werden konnte.
Autor / Quelle: Helmut Meisl
Beitrag online bis 16.2.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 27 (1.1.20 - 01.01.20 - ) / 86 / 233
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