Sakramente
Aktuelles
Arbeitskreise
Haus Mirjam
Wir in der EINEN Welt
Kinder und Jugend
Die Stadtpfarrkirche
Kirchenrenovierung
Pfarrblatt online
Presse und Gedrucktes
Termine Stadtpfarre
Impressum
   
Aktuelles
Termine
Kontakt
   
Aktuelles
Termine
   
Aktuelle Informationen
Termine evangelisch
Evang. Pressedienst
Kontakt
   
Aktuelles Programm
   
Die Halleiner Kirchenmaus
Gedanken
   
Internet-Links
Gästebuch
Alle Termine
   
Fastenaktion ab 2002
Adventkalender
bibelfest 2002
Archiv 2012
Archiv 2011
Archiv 2010
Archiv 2009
Archiv 2008
Archiv 2007
Archiv 2006
Archiv 2005
Archiv 2004
Archiv 2003
Archiv 2002
Archiv Pfarrblatt
   



Beiträge warten
(gesperrter Bereich)



 © Helmut Meisl

 Ventil
Diese Seite als Druckausgabe




Die Alterspyramide in Österreich hat einen Bauch. Fettleibigkeit ist eine der häufigsten Ursachen von Herzinfarkt. Das lässt sich durchaus auf die Gesellschaft übertragen.



Unnütze Esser?

Noch im 16. und 17. Jahrhundert hatten wir ein Bild des Alters und des alten Menschen, der ein unnützer Esser war, ein Überflüssiger, ein nichtsnutziger Mensch. Das haben wir überwunden. Es war ein schwieriger Prozess. Man hat den Eindruck, dass jetzt wieder eine Entwicklung einsetzt, die das alles zurückdreht. Die Pensionisten bedrohen nicht unsere gesellschaftliche Substanz. Das ist ein völlig falsches Menschenbild.

„Überalterung“ nein, „Unterjüngung“ ja!

Hören wir doch auf, von „Überalterung“ zu reden! Der demografische Wandel, den so viele heute beklagen, ist nicht durch längere Lebenserwartung der Alten, sondern durch die Kinderlosigkeit der Jungen ausgelöst. Unsere heutigen Seniorinnen und Senioren hatten vielfach drei und mehr Kinder, – und das trotz Krieg und Nachkriegszeit, trotz Hungers- und Wohnungsnot. Sie kriegten ihre Kinder anständig ins Leben ohne Lehrlings-Gehalt und sonstige Förderungen. Die Ausbildung mussten sie selbst bezahlen. Von den 1950 geborenen Frauen blieben nur 11 Prozent kinderlos, von den 1960 Geborenen sind es bereits 22 Prozent und von den 1965 Geborenen werden nach Hochrechnungen sogar 35 Prozent und mehr kinderlos bleiben.

Die Alten und die Jungen

„Unverständlich sind uns die Jungen“,
wird von den Alten beständig gesungen.
Meinerseits möchte ich’s damit halten:
„Unverständlich sind mir die Alten.“
Dieses am Ruder bleiben Wollen
in allen Stücken und allen Rollen,
dieses sich unentbehrlich Vermeinen,
samt ihrer „Augen stillem Weinen“.
Als wäre der Welt ein Weh getan –
ach, ich kann es nicht verstahn.
Ob unsre Jungen, in ihrem Erdreisten,
wirklich was Besseres schaffen und leisten,
ob dem Parnasse sie näher gekommen,
oder bloß einen Maulwurfshügel erklommen,
ob sie, mit andern Neusittenverfechtern,
die Menschheit bessern oder verschlechtern,
ob sie Frieden sä’n oder Sturm entfachen,
ob sie Himmel oder Hölle machen –
EINS lässt sie stehn auf siegreichem Grunde:
Sie haben den Tag, sie haben die Stunde.
Der Mohr kann gehen, neu Spiel hebt an;
sie beherrschen die Szene, sie sind dran.

Theodor Fontane





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen

Beitrag online bis 31.12.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (31.10.04 - 14.11.04 - ) / 911 / 1375