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Mehr zu haben, besser zu sein, mehr zu gelten ist ein Teufelskreis. Denn immer gibt es jemanden, der mehr hat, besser ist, mehr gilt. Diese Maßstäbe sind ein Trugbild. Auch Napoleon erlebte sein Waterloo.
Totentanz Die größte Versuchung ist die Versuchung zum Tod. Abtreibung, aktive Sterbehilfe, Klonen sind heute ihre Masken. Mit schönen Worten und manchmal auch guten Argumenten fordert sie dich zum Tanz auf.
Auf dieser Erde gibt es nur zwei Tragödien: Die eine besteht darin, dass man nicht bekommt, was man sich wünscht, die andere, dass man es bekommt. Die zweite ist viel schlimmer, sie ist eine wirkliche Tragödie.
Oscar Wilde
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13. Februar 2005 - 1. Fastensonntag
Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
„Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach diese Steine zu Brot; ... dann stürz dich hinab von der Tempelzinne; ... dann steig herab vom Kreuz!“ – Die Versuchungen, denen Jesus ausgesetzt wird, ziehen sich durch sein ganzes Leben. Ob der Versucher nun der Teufel, Petrus oder sonst wer ist, immer geht es darum, Jesus zu einem anderen Selbstverständnis von Sohn-Sein zu verführen und ihn als lang erwarteten Messias auf einen Weg voll des Ruhmes, der Ehre und der Macht zu locken. Wenn er wollte, könnte er wieder ein goldenes Zeitalter heraufführen, wie zu Zeiten Davids und Salomos. Das Volk würde ihm zu Füßen liegen. Das sind keine plumpen Versuchungen, sondern ganz normale, nahe liegende Überlegungen, denen sich ein vernünftiger Mensch nicht verschließen soll. Aber Jesus weist sie immer wieder entschieden zurück; sein Selbstverständnis ist ganz anders: Als Sohn Gottes möchte er sein Leben und Wirken ganz und gar nach dem Willen seines Vaters im Himmel ausrichten und allein auf sein Wort hören. Und immer mehr erkennt Jesus, dass sein Vater ihn als Messias einen ganz anderen Weg führen will, einen Weg der Armut, der Ohnmacht und der Verfolgung. Diesen Weg allein will Jesus gehen, und nicht den populistischen Weg des geringsten Widerstands oder des größtmöglichen Erfolges. Wer die 40-tägige Fastenzeit als Einladung versteht, seinen Weg und sein Unterwegssein neu zu bedenken, sollte wie Jesus mit Verlockungen und Täuschungen rechnen, aber auch mit der Gegenwart jenes Geistes, der Jesus in die Wüste geführt und ihm beigestanden hat.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Hans Reithofer
Beitrag online bis 11.3.2005 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (10.2.05 - 17.02.05 - ) / 999 / 219
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