Kulinarische Kontraste auf dem heimischen Teller: Zwischen Superfood und Comfort Food
Ein Blick in unsere Küchen zeigt schnell, wie vielfältig unsere täglichen Essgewohnheiten sein können. An manchen Tagen steht das bewusste, gemüsebasierte Essen im Vordergrund, während an anderen Tagen der Wunsch nach herzhafter, unkomplizierter Hausmannskost siegt. Zwei völlig unterschiedliche Gerichte verdeutlichen diese kulinarische Bandbreite auf wunderbare Weise: Ein leichter Quinoa-Gemüse-Auflauf und ein überaus cremiges Chicken Stroganoff aus dem Schongarer. Beide Rezepte haben ihre absolute Berechtigung im Alltag und lassen sich mit überschaubarem Aufwand in den eigenen vier Wänden zubereiten.
Leichtigkeit aus dem Ofen: Quinoa trifft auf frisches Gemüse
Für die gesundheitsbewusste Küche bietet sich ein Auflauf an, der auf bunte Quinoa als nahrhafte Basis setzt. Zunächst werden 150 Gramm des Pseudogetreides gründlich gewaschen und anschließend in einem Topf mit der doppelten Menge einer glutenfreien Gemüsebrühe aufgekocht. Für zwei Personen rechnet man hierbei mit etwa 300 Millilitern Flüssigkeit. Sobald die Brühe kocht, lässt man das Ganze bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel rund 15 Minuten köcheln. Zwischendurch sollte man ab und zu umrühren, bis die Flüssigkeit vollständig aufgesogen ist. Danach darf die Quinoa in einer Schüssel lauwarm abkühlen.
Während der Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizt, bereitet man das Gemüse vor. Jeweils 150 Gramm Zucchini und Möhren werden geputzt, die Möhren zusätzlich geschält. Beides raspelt man auf einer Gemüsereibe recht grob. Ein entscheidender Handgriff ist hierbei, die Gemüseraspel mit den Händen leicht auszudrücken, damit der Auflauf später im Ofen nicht zu wässrig wird. Eine halbe Bund frische Petersilie wird gewaschen, trocken geschüttelt und fein gehackt.
Die Zubereitung der Auflaufmasse
Um die Zutaten zu binden, trennt man zwei Eier der Größe M. Das Eiweiß schlägt man mit einer Prise Salz steif, während die Eigelbe zusammen mit 100 Gramm Magerquark, den ausgedrückten Gemüseraspeln und gut zwei Dritteln der Petersilie zur Quinoa gegeben werden. Abgeschmeckt wird diese Masse großzügig mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und einem halben Teelöffel edelsüßem Paprikapulver. Erst ganz zum Schluss hebt man den Eischnee behutsam unter. Die luftige Mischung wird dann in eine leicht mit Öl gefettete Auflaufform von etwa 18 mal 20 Zentimetern gefüllt und auf mittlerer Schiene für 35 bis 40 Minuten goldbraun gebacken.
Fruchtige Begleitung und gesundheitlicher Nutzen
Natürlich verlangt ein solches Ofengericht nach einer passenden Soße. Dafür lässt man einen Esslöffel einfaches, nicht natives Olivenöl zusammen mit 400 Gramm stückigen Dosentomaten mit Kräutern und der restlichen Gemüsebrühe – bei zwei Personen sind das etwa 75 Milliliter – in einem Topf bei mittlerer Hitze für gut zehn Minuten einköcheln. Nach dem Würzen mit Salz und Pfeffer wird die Soße zusammen mit dem fertig gebackenen, mit der restlichen Petersilie bestreuten Auflauf serviert.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist dieses Rezept ein echter Gewinn. Eine Portion liefert bei etwa 510 Kilokalorien ausgewogene 19 Gramm Eiweiß, 19 Gramm Fett und 59 Gramm Kohlenhydrate sowie beachtliche 11 Gramm Ballaststoffe. Tatsächlich eignet sich der Auflauf für eine Vielzahl von Ernährungsbedürfnissen. Er wird unter anderem bei Adipositas, Untergewicht und Verstopfung empfohlen. Auch Menschen mit empfindlichem Verdauungstrakt profitieren davon: Ob bei Sodbrennen und Reflux, Divertikulose oder entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn lässt sich das Rezept exzellent integrieren. Bei letzterem sollten allerdings passierte statt stückige Tomaten verwendet werden. Wer an Zöliakie leidet, muss lediglich auf die Glutenfrei-Kennzeichnung der industriellen Zutaten achten, und bei einem Reizmagen greift man je nach persönlicher Verträglichkeit einfach auf laktosefreien Quark zurück.
Herzhafter Genuss aus dem Schongarer
Wechselt man nun die Perspektive und blickt auf die deftige amerikanische Alltagsküche, zeigt sich ein komplett anderes Bild. Das Slow Cooker Chicken Stroganoff ist der Inbegriff eines echten Soulfoods, bei dem man die Hauptarbeit getrost dem Küchengerät überlassen kann. Statt filigraner Gemüseraspeln landen hier vier haut- und knochenlose, grob gewürfelte Hähnchenbrustfilets direkt im Schongarer.
Hinzu kommen etwa 30 Gramm Butter – was in amerikanischen Rezepten oft als eine Achteltasse angegeben wird – sowie ein Päckchen einer trockenen italienischen Salatkräutermischung. Diese simplen Zutaten werden gründlich vermengt und garen dann ganz entspannt auf niedriger Stufe für fünf bis sechs Stunden vor sich hin. Das Fleisch wird durch diese langsame Methode extrem zart und nimmt die Würze der Kräuter intensiv auf.
Das cremige Finale
Der charakteristische Stroganoff-Geschmack entsteht jedoch erst in der allerletzten Phase der Zubereitung. Sobald das Hähnchen durchgegart ist, rührt man eine klassische, unverdünnte Hühnercremesuppe aus der Dose sowie ein Päckchen Frischkäse von gut 220 Gramm unter das Fleisch. Nun wird der Schongarer auf die höchste Stufe gestellt. Nach etwa einer halben Stunde ist die reichhaltige Soße ordentlich erhitzt, der Frischkäse vollständig geschmolzen und alles zu einer sämigen, wärmenden Einheit verbunden, die sofort serviert werden kann.